13.10.2017

SV Wendisch Evern II: „Nach dem ersten Gegentor fehlen uns der Wille und der Glaube!"

SV Wendisch Evern II - TuS Barendorf II (Sonntag, 12:15)

Wann haben die Spieler des SVW II endlich mal Grund zur Freude?

Gefühlt spielt der SV Wendisch Evern seit dem Aufstieg gegen den Abstieg in der 1. Kreisklasse. Oft stimmen die Leistungen, leider nur selten über 90 Minuten… So gab es beim MTV Wittorf eine 0:7-Klatsche – zur Halbzeit stand es 0:0! Was läuft da schief? Und ist das Team nicht besser als der eine Punkt, der bisher auf dem Konto steht? Schlusslicht, 35 Gegentore nach 9 Spielen – besteht wirklich Hoffnung auf Besserung? Wir fragten bei Trainer Stefan Ahrens nach.

Stefan, und wieder eine böse Klatsche - wie hast du die Partie gesehen?
Die Mannschaft hat leider wieder zwei Gesichter gezeigt: Bis zum 0:1 waren wir die bessere Mannschaft, hätten führen müssen. Wir hatten die besseren Spielanteile und waren kämpferisch besser in der Partie. Leider haben wir nach dem ersten Gegentor resigniert und völlig jede Ordnung und Körperspannung verloren.

Schön öfter völlig eingebrochen - fehlt die nötige Kondition?
Nein, ich denke nicht, dass es an der Kondition liegt. Ich glaube, es ist eher ein mentales Problem. Nach dem ersten Gegentor fehlen uns der Wille und der Glaube, um das Spiel noch zu drehen. Stattdessen herrscht häufig die Angst "Nicht schon wieder ..."

Immer wieder Abstiegskampf - wie ermüdend ist der für euch?
Diese Frage erübrigt sich insofern, als dass wir bis vor 15 Monaten immer oben mitgespielt haben und am Ende auch aufgestiegen sind. Als Aufsteiger dann im ersten Jahr gegen den Abstieg zu spielen ist in meinen Augen nicht verwerflich. Und dass wir noch etwas brauchen, um auf diesem Niveau mitzuhalten, war abzusehen. Aber dafür werden wir bis zum letzten Spieltag weiter ackern und alles geben.

Wie wenig Selbstvertrauen ist derzeit vorhanden?
Grundsätzlich glauben wir daran, jedes Spiel positiv gestalten zu können. Es fällt einigen nur schwer, auch nach einem Gegentor noch selbstbewusst weiter nach vorne zu spielen.

Warum sollte es zeitnah überhaupt besser werden?
Ein wichtiger Faktor ist, dass die Mannschaft die Probleme selbst angesprochen und großteils erkannt hat. Wenn sich an der Situation etwas ändern soll, ist es nötig, dass nicht nur die Trainer jede Woche die gleichen Floskeln herunter beten, sondern die Spieler selbst sich mit dem, was nicht läuft, auseinandersetzen und es nicht nur runter schlucken nach dem Motto "Wird schon ...". Insofern weiß jeder spätestens jetzt, dass wir uns noch einmal mehr den Allerwertesten aufreißen müssen. Wenn das jeder über 90 Minuten schafft, bin ich optimistisch für die Zukunft.

Fehlen derzeit die Alternativen, um zielgerecht reagieren zu können?
Nein, das ist nicht das Hauptproblem. Denn auch wenn mal einige Stammkräfte fehlen - gegen Wittorf hatten wir zum Beispiel 12 Absagen und trotzdem eine gute Truppe auf dem Platz -, rücken gute Kicker nach. Egal, wer spielt, wir müssen einfach den Kopf frei bekommen und bis zuletzt uns wehren und an uns glauben.

Wie weit seid ihr von den eigenen Zielen entfernt?
Nun, wir wollen am Ende besser dastehen als vorige Saison. Da es damals in der Hinrunde ganz gut und in der Rückrunde gar nicht lief, haben wir noch alle Möglichkeiten, wenn wir in den nächsten Wochen den Schalter umlegen können.

Nun Barendorf II - was kommt da auf euch zu?
Vor allem ein weiteres Nachbarschaftsduell. Und schon im Derby gegen Ilmenau II, das wir sehr knapp und unglücklich verloren haben, haben wir unseren Kampfgeist gezeigt. Ich erhoffe mir, dass jeder meiner Jungs gegen die Nachbarn mindestens genauso heiß und engagiert ist wie gegen Ilmenau. Dann haben wir ein gute Chance.

Gibt es Langzeitverletzte oder Gesperrte, die auf keinen Fall dabei sind?
Konrad Müller (Urlaub) und Manu Schinkel (verletzt) fehlen auf jeden Fall. Ansonsten hoffe ich, dass wir weitgehend aus dem Vollen schöpfen können.

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