11.08.2014

Rote Karten: Wenn Spieler & Verantwortliche einfach nur noch nerven!

Da schaue ich mir ein Kreisligaspiel an. Zack, da fällt der Treffer zum 2:2, der Torwart sah aber eine Abseitsposition, sprintet wie ein angestochenes Wildschein 30 Meter aus seinem Tor heraus, schubst einen Gegenspieler völlig sinnfrei um, natürlich direkt vor den Augen des Schiedsrichters. Was folgt sind Spielertrauben, Gebrülle, Schuldzuweisungen und schreiende Trainer sowie Ersatzspieler - von den Zuschauern ganz zu schweigen. Mittendrin der Schiedsrichter, der die gerechte Strafe ausspricht: Platzverweis!

Der Torwart schlägt die Hände über den Kopf, gestikuliert und stampft wütend vom Platz. Einsicht: Fehlanzeige! Mit stechendem Blick geht es in Richtung Bierbude, erst mal ein kühles Blondes im Trikot, das hat er sich verdient! Das Spiel geht weiter, es dauert mindestens 10 Minuten, bis sich alle Gemüter wieder beruhigt haben - schade, es hätte ein schönes Hobby-Fußballspiel werden können...

Nachtreten, Tätlichkeit, Meckern oder Schiedsrichterbeleidigung - jedes Wochenende der gleiche Mist!

Auch am vergangenen Spieltag konnten sich einige Herren nicht benehmen: In Soderstorf gab es drei Platzverweise, die Partie wurde sogar vom Schiedsrichter abgebrochen, weil er keine Lust mehr auf die ganze Hektik und Beleidigungen hatte. In Ochtmissen flogen drei Spieler vom Platz, auch nach dem Schlusspfiff dauerte es lange, bis Ruhe einkehrte.
Wir sitzen am Telefon, müssen diese sinnfreien Momente aufschreiben. Immer wieder fallen die gleichen Worte: Nachtreten, Tätlichkeit, Meckern oder Schiedsrichterbeleidigung - gern auch mal nach dem Schlusspfiff.
Die Krönung aller Krönungen: Es soll sogar Spieler geben, die sich in der 89. Minute gerne eine gelb-rote Karte abholen, damit ihr Name in den Medien auftaucht... Da stellt sich einem schon die Intelligenzfrage, oder? Ja, genau deshalb führen wir diese Platzverweise nicht mehr auf!

Warum tun sich das die Schiedsrichter noch an?

Bei aller Liebe, aber das hat nichts mehr mit Freizeitfußball zu tun, hier werden Grenzen überschritten, die nicht nur den Spielern sondern auch den Vereinen und dem gesamten Fußball schaden. Und vor allem muss man sich fragen, warum es überhaupt noch Schiedsrichter gibt, die sich diesen Situationen aussetzen. Von ihnen wird immer sonst etwas erwartet, doch die Spieler können ihre Emotionen frei ausspielen. Was wohl so manchem Schiedsrichter durch den Kopf geht, ob er manchmal auch am liebsten eine Tätlichkeit begehen würde? Schön eine Grätsche von hinten, da würde aber ein Raunen durch das Stadion gehen!

Der berühmte Fisch stinkt immer noch vom Kopf her!

Klar, Emotionen gehören dazu, auch ein Platzverweis ist mal din, aber wenn diese Szenen vom vergangenen Spieltag Alltag werden, dann muss man sich schon fragen, warum das so ist.
Unsere Meinung: Der Fisch stinkt vom Kopf her! Denn was geben die Trainer ihren Spielern mit auf dem Weg, was fordern sie ein und leben sie vor? Klar, es gibt immer schwierige Charaktere im Team, aber genau die müssen geführt werden. Doch wenn man manchmal sieht, wie sich die Verantwortlichen der Vereine aufführen, wie sie wild schreiend an der Linie stehen, jeden Pfiff kommentieren, einen Blick haben, als wären sie kurz vor dem Tillen, dazu die eigenen Spieler und Gästespieler in einer Tour verbal attackieren, rumtoben wie Jürgen Klopp und auch nach dem Spiel eine Körperhaltung haben, als ob sie in den Kampf ziehen - warum sollen sich dann die Spieler anders verhalten? Und wer ist wirklich Schuld? Natürlich immer die anderen, am besten noch der Schiedsrichter!

Am Montag müssen alle wieder arbeiten!

Liebe Spieler und Verantwortliche, es ist Zeit zum Umdenken! Nein, ihr spielt nicht um den Europapokal, nein, auch eine Liga höher ist nicht alles traumhaft schön, nein, es geht nicht um Leben & Tod, nur um Hobbyfußball!
Und zum Schluss die Weisheit aller Weisheiten: Denkt dran, am Montag müssen alle wieder arbeiten!

Autor: Volker Mai

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