Als Robert Hoyzer uns das Fußballherz brach!

Am 21. August 2004 wurde deutsche Fußball-Geschichte geschrieben – im negativen Sinn. Schiedsrichter Robert Hoyzer manipulierte das Pokalspiel zwischen Paderborn und dem HSV. Ein riesiger Skandal. Den Fans wurde das Fußballherz förmlich herausgerissen! Klar, überall auf der Welt wird manipuliert, aber doch nicht unser geliebter Fußball in Deutschland! Nach und nach konnte das Vertrauen zurückgewonnen werden, doch das Thema Manipulation schwebt immer noch in vielen Köpfen herum. Und dabei geht es nicht um die große Bundesliga, nein, gerade in den unteren Ligen scheint es einfach zu sein das liebste Kind des Deutschen zu zerstören.

Doch dies ist nur die eine Schattenseite des Fußballs, denn immer mehr wendet sich der große Fußball von den Fans ab. Das beste Beispiel war das Europapokal-Endspiel in Baku zwischen Chelsea und Arsenal: Leere Ränge, wenig Stimmung, politische Diskussionen und der Beweis, dass es nur noch um Geld geht! Von der nächsten WM ganz zu schweigen… Den Fans werden Millionensummen um die Ohren gehauen, die Ticketpreise explodieren, Ablösesumme gehen ab 10 Millionen Euro los, bei den Gehältern werden astronomische Summen gezahlt, ein Trikot kostet fast 100 Euro, kaum ein Spiel wird noch im Free-TV gezeigt – die Fans scheinen nur noch Randfiguren zu sein, die Fahnen schwingen und singen. Und irgendwie stören diese Fans mit echtem Herzblut, nur allzu gerne würde man diese „Fanatiker“ gegen zahlungskräftigeres Publikum austauschen – doch wer würde dann für Stimmung sorgen und alles das Gefühl gehen, es würde wirklich noch um den Volkssport Nummer 1 gehen? Also werden diese Zuschauer, die für ihren Verein leben und leiden, in den höchsten Tönen gelobt, auch wenn sie für ihren Stehplatz nur 15 Euro einbringen – ein VIP würde locker 400 Euro zahlen…

 

Und trotz dieses Betrugs am geliebten Fußball sind die Stadien voll! Warum? Weil die Fans sich ihren Fußball nicht kaputtmachen lassen! Neunzig Minuten lang spielt ihr Klub gegen einen anderen, eigentlich ist es ihnen egal wer für ihren Verein spielt, Spieler mit Vereinstreue gibt es eh noch kaum. Und eigentlich kann man sich mit den „Helden“ des Vereins kaum noch identifizieren, denn die verwöhnten Millionäre sehen eher aus wie Models statt Fußballer. Okay, sie bringen immer 100 Prozent – in den sozialen Netzwerken! Die Haare liegen, der Goldschmuck glänzt, das Auto für 120.000 Euro ist ein Traum, dazu Werbung für Unterwäsche, Parfüm oder Rasierer und nicht zu vergessen die Kopfhörer und die Sonnenbrille, beides besetzt mit kleinen Diamanten.

 

Doch wenn der Ball läuft, dann spielen nicht 22 Millionäre gegeneinander, dann spielt der Herzensklub und der soll gewinnen! Und ein Nachmittag mit Freunden im Stadion oder am Fernseher ist schön, zusammen mit den Kumpels singen, klatschen, jubeln oder leiden – das schweißt zusammen! Doch sobald der Schlusspfiff ertönt, die Spieler vom Platz gehen, dann ist allen Zuschauern wieder bewusst: Fußball ist wie Hollywood! Und spätestens, wenn ein Akteur nach dem Match vor dem Mikrofon steht und das 0:4 erklären soll, gehen dem wahren Fans die Hutschnur hoch. Denn dieser will klare Worte hören, kein Geschwafel und Floskeln – aber so sind sie halt, die aalglatten Kicker mit dem Brillanten im Ohr! Doch es sind genauso diese Typen, die am nächsten Wochenende den Siegtreffer erzielen, von den Fans gefeiert werden – warum? Weil der Herzensklub gewonnen hat, der Spieler ist da eigentlich im Fanherzen nur eine Randfigur!