Wie grün ist Dein Club? Öko-Innovationen im Sport

In Sachen Umwelt jagt in letzter Zeit eine Hiobsbotschaft die andere. Im Wochentakt wird vor möglichen katastrophalen Folgen des Klimawandels gewarnt. In den Medien wird über Feinstaubbelastung, Glyphosateinsatz und Bienensterben berichtet. Und langsam rücken auch die Probleme die durch die allgegenwärtigen Kunststoffe verursacht werden in das Bewusstsein der Menschen. Ob Plastikinseln im Ozean oder mikrofeine Kunststoffpartikel im Trinkwasser – das Wissen um die Risiken für Mensch und Umwelt wird langsam aber sicher präsenter. Auch im Fußball stellen sich seit einiger Zeit Vereine und Öffentlichkeit die Frage, welche Auswirkungen ihr Handeln auf die Zukunft der Welt hat. Und tatsächlich gibt es einiges, das sowohl Freizeitkicker als auch Vereine und Fans tun können, um die Umwelt zu schonen.

 

Vorbild Golf

 

Eine Sportart, die schon seit langer Zeit eine ordentliche Nachhaltigkeitsbilanz hat, ist das Golfen. Das liegt wohl eher nicht an bewussten Umweltschutzbemühungen. Denn der Beitrag zur Landschaftspflege ist hauptsächlich dem Schönheitsempfinden der Golfer geschuldet. Und auch die Wiederverwendung von gebrauchten Golfbällen ist wohl eher finanziell motiviert. Trotzdem sorgt das Tauchen nach verschollenen Bällen, das im Expertenbericht „Der Golfballtaucher: auf der Suche nach dem weißen Gold“ eindrucksvoll beschrieben wird, nicht nur für saubere Gewässer. Es spart auch Unmengen an Rohstoffen bei der Produktion ein, denn Jahr für Jahr werden weltweit Millionen von Golfbällen auf diese Weise wiederverwendet. 

 

Ansätze im Kleinen...

 

Nun lässt sich natürlich einwenden, dass im Fußball etwas andere Bedingungen herrschen. Und tatsächlich lässt sich die Wiederverwendung abgenutzter Gebrauchtbälle im Fußball eher schlecht vorstellen. Trotzdem können auch Hobbysportler und kleine Vereine einiges für Ihre Ökobilanz tun. An der Hochschule Lüneburg setzt die Campusliga z.B. auf Bälle mit dem Fair-Trade-Siegel und Teamkleidung aus Biobaumwolle. Bei Turnieren und anderen Events können die Veranstalter z.B. durch den Einsatz von Mehrweggeschirr einen Beitrag zur Müllvermeidung leisten. Und wo möglich sollten auch Alternativen zum Kunstrasen in Betracht gezogen werden, der große Mengen an Mikroplastik freisetzen kann. 

 

...und im Großen

 

In einer ganz anderen Liga spielen die Vereine der Bundesliga nicht nur sportlich, sondern auch beim Einsparpotential. Ganze 11,5 Millionen Einwegbecher sind etwa in der Bundesligasaison 2017/18 in den Stadien angefallen. Einige Clubs, wie etwa der FC Bayern, haben schon auf Mehrwegbecher umgestellt und so eine deutliche Reduzierung der Abfälle im Stadion erreicht. Auch die Anreise von zehntausenden Fans bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Umwelt. Vor allem die Anfahrt mit dem Auto führt zum Ausstoß großer Mengen von Treibhausgasen. Leider sind viele Stadien mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen. Hier sind die Verkehrsbetriebe gefragt, um endlich nachhaltige Lösungen zu schaffen.

 

Während der FSV Mainz 05 schon  2010 zum ersten klimaneutraler Bundesligaverein wurde, haben bisher nur wenige andere Clubs nachgezogen. Gerade in der Regionalliga dürften dabei auch finanzielle Aspekte eine Rolle spielen. Denn die ohnehin oft knappen Vereinskassen lassen nur wenig Spielraum für Maßnahmen wie nachhaltige Trikots oder CO2-Ausgleich. Hier ist die Kreativität der Mitglieder gefragt. Auch kleine Maßnahmen können, wenn sie konsequent umgesetzt werden, einen wertvollen Beitrag zur Ökobilanz leisten. Und das oft mit wenig Aufwand und ohne Mehrkosten.