André Basien (TuS Barendorf) 20.05.20


Vorname, Name, Alter, Verein?
André, Basien, 42 Jahre, TuS Barendorf


Seit wann bist du deinem Klub verbunden?
Juni 2009.

Wie bist du zu deinem Klub gekommen?
Ich bin im Oktober 2008 aus dem Osten (Neuruppin, Land Brandenburg) nach Brietlingen gezogen. Ich habe dann bei einer Firma in Winsen angefangen zu arbeiten. Diese Firma spielte bei Firmen- und Freizeitturnieren mit. Dort habe ich dann mal mitgekickt. Dann stellte mir ein Arbeitskollege und jetziger Freund (Ronny “Ranger“ Range) die Frage, ob ich beim TuS Fußball spielen will. Seitdem bin ich hier.

Was bedeutet dir der Klub?
Ein 2. Zuhause!

Spieler, Jugendtrainer, 2. Vorsitzender, Gründer Förderverein – warum machst du das alles?
Spieler in erster Linie, weil ich einfach gerne auf dem Platz stehe und mit Freunden gemeinsam um den Sieg kämpfe. Und natürlich die 3. Halbzeit, die sehr oft länger dauert als das Spiel. Jugendtrainer, weil ich einfach Bock habe Kinder und Jugendliche davon zu überzeugen, dass es nichts Schöneres gibt, als Team auf dem Platz und an der frischen Luft Fußball zu spielen. Den Förderverein haben wir gegründet, um die Fußballabteilung finanziell zu unterstützen. In der heutigen Zeit steigen natürlich die Kosten für das ganze Drumherum (Trikots, Trainingsanzüge usw.). Ich wollte einfach auch mitbestimmen wohin das Geld geht. (Jugend, Herren und Trainingsumfeld).

Wie siehst du die Entwicklung deines Vereins?
Sehr positiv. Wir haben eine gute Sportanlage (die immer weiter verbessert wird). Ein funktionierendes Vereinsleben. Eine gute Jugendarbeit und den besten Obmann der Welt.

Was hat der TuS noch, was andere nicht haben?
David Keese!

Was kannst du beim Fußball nicht ertragen?
Wenn man nicht alles gibt. Nicht jeder kann gut Fußball spielen, aber kämpfen kann jeder. Und das schlimmste ist, wenn man sich nach einer Niederlage gleich verpisst.

Wie viele Spiele hast du wohl für deinen Klub absolviert?
Oh keine Ahnung. Ich rechne mal kurz 10 Jahre  mal ca. 20 Spiele pro Jahr = 200 Spiele.

Wie würdest du deinen Verein beschreiben?
Klein aber fein. Obwohl 700 Mitglieder ist gar nicht so klein.

Wie wichtig ist der Verein wirklich für das Dorf?
Oh, sehr wichtig. Das sieht man bei den Jugendlichen, aber auch bei den Herren, wenn sonntags wieder 100 Zuschauer beim Herrenspiel zugucken. Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr klappt hervorragend. Auch das ist wichtig für unser kleines Dorf. Der Verein gibt vielen Leuten einen Ort zum Wohlfühlen. Nicht nur beim Fußball sondern auch bei den anderen Sportarten. Gerade in der jetzigen Zeit merkt man wie einem das Vereinsleben fehlt.

Wie viele Mitglieder packen wirklich mit an, wenn etwas gemacht werden muss?
Oh da gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Es gibt natürlich diese 5-10 Leute die immer da sind. Aber ich sehe das so, wenn was ansteht wie Hallenturnier, Platzpflege oder andere Arbeiten, dann kommen auch mal andere Leute zum Helfen. Und erst recht wenn der Obmann mit Bierentzug für die Herren droht, dann läuft das!

Welchen Stellenwert hat für dich Vereinstreue?
Ich habe in meinem Fußballerleben nur in 2 Vereinen gespielt. Ich denke, das sagt alles.

Was gibt es dir, wenn du etwas für den Verein tust?
Ein gutes Gefühl etwas für die Gemeinschaft im Verein zu tun.

Was sind deine Fähigkeiten, die dem Klub helfen?
Oh, da musst du andere fragen.

Was war dein schönstes Erlebnis in deinem Klub?
Oh, da gibt es mehrere. Als Jugendtrainer mit der U11 Europameister geworden. Das war ein richtig gutes Turnier in Boizenburg (Europameisterschaft wurde nachgespielt. Wir waren als Frankreich ausgelost worden). Im Finale vor ca. 400 Zuschauer haben wir 1:0 gewonnen. Als Spieler der 1. Platz und Aufstieg mit der 2. Herren von der Kreisliga Reserve in die 2. Kreisklasse. Donnerstagabend Spiel vor circa 100 Zuschauern, strömender Regen. Derby gegen Wendisch Evern II. Endstand 1:1 Abfahrt zu mir auf die Terrasse (hatten gerade frisch gebaut in Barendorf). Den letzten habe ich morgens um 6.00 zum Bus gebracht. Mit der Ü40 der Kreispokalsieg.

Und wann bist du mal richtig traurig gewesen?
Traurig kann man nicht sagen, eher enttäuscht von Leuten, wo man es nicht gedacht hätte. Aber das gehört hier nicht her. Traurig macht mich jetzt die Situation, dass man einfach nur hilflos und in seiner Freiheit eingeschränkt ist. Meine Tochter kann ihre Omas und Freunde nicht sehen und das macht mich wirklich traurig.

Was kannst du gar nicht ertragen, wenn es um deinen Klub geht?
Ich kann wirklich viel ertragen.

Was würdest du gerne schnell verändern, um den Verein zu stärken?
Ganz einfach. Dietmar Hopp nach Barendorf holen und mich als Geschäftsführer einstellen.

Was hat sich in deinem Verein am meisten verändert?
Die Leute sind alle älter geworden. Ansonsten die Sportanlage und die Spieler.

Welchen Satz kannst du auf dem Sportplatz nicht mehr hören?
Ich kann nicht, weil… Alles was mit Ausreden zu tun hat. Das ist aber eher bei der Jugend so.

Vor welchen Mitgliedern hast du am meisten Respekt?
Da gibt es viele. Vor allen Menschen, die in ihrer Freizeit dafür arbeiten, damit hier Fußball gespielt werden kann. Das kann man gar nicht hoch genug loben was die Leute für andere tun- ohne zu jammern oder Geld zu fordern. Und natürlich muss hier David Keese genannt werden, der 25 Stunden am Tag für den Verein lebt und arbeitet.

Wo liegt deine Stärke neben dem Platz?
Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Ehrlichkeit. Den Rest müssen andere beurteilen.

Was machst du am liebsten in der Freizeit?
Urlaub und Zoobesuche mit meiner Familie. Und ansonsten Fußball.

Über was kannst du herzhaft lachen?
Markus Krebs und über meine Tochter. Aber da eher mit ihr.

Dein Lieblingsspruch?
Zeit hat man nur, wenn man sie sich auch nimmt.

Was wolltest du allen Vereinen schon immer mal sagen?
Hört auf in den unteren Ligen Geld an Spieler zu bezahlen. Setzt lieber auf die Jugend und investiert da. Wir müssen wieder dahin kommen, dass die Jungs sich mit dem Verein verbunden fühlen und nicht da spielen, wo es ein paar Euros zu verdienen gibt. Die Spirale wird sich weiterdrehen und irgendwann bricht der große Sponsor weg und dann?

Was musst du uns noch mitteilen, worauf die Fußballwelt gewartet hat?                                 
Worauf die Fußballwelt jetzt wartet ist wohl jeden klar. Wir wollen endlich wieder auf den Platz. Bleibt alle gesund und bis bald.