Schelle Assenheimer (SV Wendisch Evern) 21.04.20


Schelle, seit Wochen ruht der Ball – welchen Auswirkungen hat das auf den Verein?
Einnahmen gehen flöten, keine Bratwurst, keine Limo, keine Zuschauer, kein soziales Umfeld – das reicht, oder?

Muss man sich Sorgen um die Zukunft des Klubs machen?
Bislang ist alles im grünen Bereich.

Wird nicht sogar viel Geld gespart, weil einige Kostenpunkte wegfallen?
Das was vermeintlich gespart wird, muss investiert werden in Platzpflege und Anlage.

Spürt ihr jetzt besonders, wie wichtig der Verein für die Gesellschaft ist?
Das kann ich bestätigen. Nicht nur von den aktiven Akteuren aller Sparten sondern auch das Miteinander fehlt enorm.

Treten derzeit viele Fußballer aus oder gibt es eine großen Zusammenhalt?
Wir können derzeitig nur die Füße still halten – wie alle anderen auch. Wer hätte gedacht, dass wir so etwas Mal erleben und alles zum Erliegen kommt. Ich denke, gerade jetzt ist der Zusammenhalt enorm wichtig. Wer über einen Austritt nachdenkt, der hat nichts verstanden.

Wie schwer ist es derzeit den Kontakt zu den Mitgliedern zu halten?
Da gibt es ja im Handyzeitalter genug Möglichkeiten sich auszutauschen.

Wie haltet ihr es mit dem Vereinsbeitrag, wenn eigentlich nichts genutzt werden kann?
Ohne die Beiträge könnte doch kein Verein überleben. Das ist Zusammenhalt.

Wie schwer gestalten sich derzeit Gespräche mit den vorhandenen und möglichen neuen Spielern?
Die Planungen laufen natürlich, 90 Prozent des jetzigen Kaders sind safe. Gespräche mit neuen Spielern laufen gut an. Die derzeitige Aussetzung ändert ja nichts an unser Vorhaben und Ausrichtung was die Zukunft anbelangt.

Gibt es überhaupt eine Planungssicherheit, was die kommende Serie angeht?
Wie es da weitergeh, weiß ja keiner. Es gibt Ideen und Ansätze. Aber solange es kein Medikament oder Impfstoff gibt, steht doch alles in den Sternen.

Unterstützt ihr als Klub irgendwelche Einrichtungen oder dergleichen, um zu helfen?
Wir bieten natürlich unsere Hilfe an. In unserem Dorf tauschen wir uns gemeinsam aus und helfen gegenseitig, was natürlich den Auflagen entspricht. So werden einige Arbeiten erledigt, die nach der Saison geplant waren.

Ist diese Pause auch eine große Chance?
Ich hoffe, das die Gesellschaft sensibler miteinander umgeht nach diesem Wahnsinn und Sponsoren diese Zeit genutzt haben zu erkennen, dass es wichtigeres gibt als das Geld für irgendwelche Söldner raus zu schleudern, um sich Erfolg zu erkaufen.

Was gibt es noch zu sagen?
Ich drücke uns allen die Daumen, das wir möglichst bald zur Normalität übergehen können. Bleibt gesund!