Benjamin Deckert (TSV Bardowick)


Name, Verein, Alter, Position
Benny Deckert, TSV Bardowick, 30, Innenverteidiger

Wieder rollt nicht der Ball – wie gehst du damit um?
Langweilig wird mir nicht.

Wie wirst du dich fit halten?
Wir haben einen ambitionierten Laufplan und trainieren einmal die Woche per Onlinesession.

Welchen Spitznamen hat man dir verpasst – und warum?
Zu Erbstorfer Zeiten wurde ich, aufgrund meines Namensvetters Benjamin Blümchen, Blümi getauft. Inzwischen wird der Name jedoch nur noch im kleinsten Kreise genutzt.

Was bedeutet dir der TSV Bardowick?
Viel. Nicht ohne Grund spiele ich dort inzwischen 4 Jahre. Das ist ein gesunder Verein mit gesunden Strukturen, alles geschieht aus Ehrenämtern heraus. Das macht schon besonderen Spaß.

Wie würdest du dein Team beschreiben?
Unheimlich ambitioniert. Das ist schon Wahnsinn und das habe ich so in meiner Laufbahn selten bis gar nicht erlebt. Von den Betreuern, über den Trainer bis hin zur Mannschaft und natürlich dem Umfeld. Trainingsspiele machen wir aufgrund der Teilnehmerzahl gefühlt immer über den gesamten Platz, trainieren oft 1-2 Minuten länger und haben zu 99,9 Prozent mindestens zwei Torhüter. Das können in Lüneburg nicht viele Mannschaften von sich behaupten. Das zeigt den riesen Ehrgeiz im Team – das kommt nicht von irgendwo!

Und wie sind die Erinnerungen an den TuS Erbstorf?
Überragend! Mich zieht es immer noch an den Heidkoppelweg. Ich kenne dort auch heute noch fast jeden. Nach einem legendären Samstagsabendsieg wurde damals mit jedem einzelnen Zuschauer bis in die Nachtstunden das Spiel analysiert. Man ist gar nicht zum Duschen gekommen.

Wie viele Kilometer läufst du wohl in einem Match?
Da meine Luft meist für das Coaching auf dem Platz genutzt wird, kommen da nicht so viele zusammen. Daher bin ich auch nicht so bekannt für meine Ausflüge nach vorne.

Wofür hast du den linken Fuß?
Um meine Mitspieler zu belustigen, wenn im Training mal die Vorgabe kommt den Linken nutzen zu müssen.

Und wie sieht es mit dem Kopfballspiel aus?
Glatter Durchschnitt.

Dein bisher größter sportlicher Erfolg?
Ich schwanke zwischen dem Pokalsiegt mit dem TuS Erbstorf und dem Turniersieg beim KFT Zernien. Beides wurde jedenfalls ausgiebig gefeiert.

Und die bitterste Niederlage?
Eigentlich erstaunlich das ich inzwischen dort wohne – zweimal gegen Barendorf. Bei der ersten Futsalkreismeisterschaft sind wir nach drei Schützen im 7-Meterschießen bereits per Raupe als Sieger durch die Halle gezogen. Nach 10 Minuten ist der Turnierleitung aufgefallen, dass fünf Spieler schießen müssen. Der Druck war zu groß und wir haben verloren. Unvergesslich auch das Finalspiel gegen den TuS Barendorf um den zweiten Platz in der Kreisliga 2013. Ich habe mir zwei Wochen vorher das Kreuzband gerissen und musste mit ansehen wie wir 1:2 verloren. Barendorf ist durch diesen Sieg am letzten Spieltag in die Relegation gezogen.

Schon einige Verletzungen gehabt – nie ans Aufhören gedacht?
Klar. Der Körper kommt nicht mehr so schnell wieder auf die Fitness wie früher. Letzen Endes geht es aber auch nicht ohne. Das Teamgefüge mit dem Bierchen nach dem Training ist schon was Feines.

Wie fühlt sich der Montag nach einem Match an?
Grausam! Seit November 2019 bin ich durch Verletzungen und die Unterbrechungen der Pandemie nicht mehr richtig fit geworden. So eine Belastung nach 90 Minuten auf dem Feld kann man über Läufe eben nicht simulieren. Da tun die Knochen schon weh.

Was kannst du in der Kabine nicht mehr hören?
Inzwischen würde ich mir alles anhören, um mal wieder in der Kabine sitzen zu können.

Welchen Spielertypen kannst du nicht ertragen?
Uneinsichtige. Jeder macht Fehler und jeder hat mal einen schlechten Tag. Dies nicht einsehen, das bringt jedoch niemanden weiter.

Wo liegen deine Stärken neben dem Platz?
An der Flasche…

Was musst du uns noch mitteilen, worauf die Fußballwelt gewartet hat?
Bleibt alle gesund und munter!