Dennis Neumann (TuS Barendorf) 10.06.20


Vorname, Name, Alter, Verein?
Dennis Neumann, 38, TuS Barendorf

Seit wann bist du deinem Klub verbunden?
Seit 2014.

Wie bist du zu deinem Klub gekommen?
Hartnäckiges Dranbleiben durch unseren Obmann David Keese, der mich eigentlich für die Alte-Herren-Mannschaft engagieren wollte. Drei, vier  Spiele habe ich dort gemacht und dann nahm alles seinen Lauf.

Was bedeutet dir der Klub?
Der Klub ist erfreulicherweise durch viel ehrenamtliches Engagement gut und gesund aufgestellt. Ich finde es herausragend, wie sich die Funktionäre einbringen und habe daher größten Respekt davor.

Was hat der TuS noch, was andere nicht haben?
Eine gute Infrastruktur mit einer nötigen Portion Gemeinschaftssinn.

Torhüter sind etwas eigenwillig – du auch?
Das müssen andere beurteilen. Aber ganz sicher habe ich eigene Vorstellungen und spreche diese auch an. Eine Portion Eigenwilligkeit ist da sicherlich vorhanden.

Was kannst du beim Fußball nicht ertragen?
Respektloses Spiel, nur um Erfolg zu haben.

Was kannst du in der Kabine nicht mehr hören?
Musik ohne Texte…

Niederlage in letzter Sekunde – wie reagierst du?
Kommt auf das Spiel an. Habe natürlich schon einige solcher Spiele erlebt. Man ist im ersten Moment konsterniert und versucht dann Erklärungen herzuleiten… Bringt dann nur leider auch nicht mehr viel.

Gel in den Haaren, Stutzen über die Knie, bunte Schuhe – wie sieht das bei dir aus?
Eine gewisse Show ist doch okay und gehört immer auch dazu… Jeder soll machen, was er für richtig hält. Gel in den Haaren habe ich so auch, ansonsten versuche ich eher durch gute Leistungen aufzufallen…

Dein bisher größter sportlicher Erfolg?
Meister der Landesliga 2010 mit anschließendem Aufstieg in die Oberliga mit Teutonia Uelzen.

Kreispokal-Endspiel 2019 – was fällt dir dazu ein?
Wir sind drei Tage vorher Meister der HWL geworden und haben die Wochen zuvor vom mentalen Aufwand her am Limit gespielt. Es war klar, dass irgendwann der Knacks kam. Wir haben nicht die nötigen Gier und Leidenschaft aufbringen können, wie in den anderen Spielen. Das ist schade, weil es natürlich ein Endspiel war, aber ich bin lieber Meister geworden und sehe den Pokalwettbewerb eher als Zubrot.

Und was machst du nach einer bitteren Pleite?
Genau das macht unsere Mannschaft aus, dass wir nach beiden Ereignissen trotzdem zusammenbleiben und dass Erlebte Revue passieren lassen…

Schön eine Murmel eingefangen – wie reagierst du?
Genervt von mir, weil ich es besser kann.

Gegenspieler 5 Meter vor dir blank vorm Tor – was denkst du?
Ich versuche meine Abläufe abzurufen und Spannung in den Körper zu bringen, um durch einen Reflex oder gezieltes herausgehen den Ball zu bekommen.

Elfmeter gegen dich – was tust du, um den Ball zu halten?
Ich versuche durch Erfahrungswissen und Verhalten zu schauen, welche Ecke der Schütze präferiert. Dann geht es zum richtigen Zeitpunkt mit Speed dort hinein, um den Ball zu halten.

Wie schaut es mit dem Abfangen von hohen Flanken aus?
Sehe ich als Stärke von mir.

Wie weit kannst du abschlagen?
Aus der Hand bis zum gegnerischen 16er. Vom Boden aus bis zum eigenen 16er.

Dein blödestes Gegentor?
Da gab´s viele… Spontan fällt mir ein Spiel bei Eintracht Northeim in der Oberliga ein. Ich habe nach einer Faustabwehr gegen den Kopf meines Verteidigers geköpft und der Ball trudelte ins Tor…

Elfmeter – Killer oder Loser?
Würde eher „Killer“ sagen.

Was war dein schönstes Erlebnis in deinem Klub?
Es gab viele schöne Momente. Herausragend sind sicher die Zeiten gewesen, in denen Mitspieler/ Trainer mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen hatten und die Mannschaft dadurch enger zusammengerückt ist.

Und wann bist du mal richtig traurig gewesen?
Bisher bin ich das nicht.

Wo liegt deine Stärke neben dem Platz?
Ich glaube, dass ich durch eine gewisse Erfahrung bestimmte Eigenschaften wie Ehrgeiz und Trainingsfleiß vorleben kann. Ansonsten versuche ich sehr verlässlich zu sein.

Was machst du am liebsten in der Freizeit?
Da ich den Fußball in meiner Freizeit auslebe und ich ansonsten berufsbedingt leider häufiger nicht zu Hause bin, versuche ich die restliche Zeit der Familie zu widmen.

Über was kannst du herzhaft lachen?
Über manchen Musikgeschmack meiner Fußballkameraden…

Dein Lieblingsspruch?
Bin nicht so der Sprücheklopfer… Mir fällt da der ein oder andere aus meiner Mannschaft ein, der hierzu sicher auskunftsfähig ist.

Beruflich in der Politik – musst du auf dem Platz aufpassen, wie du dich gibst?
Nee, gar nicht. Weil ich auch in der Politik Klarheit und Respekt an den Tag lege und dieses auch auf dem Platz lebe. Ich bin nicht hinterlistig und muss daher auch auf mein Verhalten nicht besonders achtsam sein, weil ich so bin, wie ich bin.

Was wolltest du allen Vereinen schon immer mal sagen?
Versucht in der Spielnachbetrachtung und der Vorausschau nicht zu sehr den Fokus auf andere Vereine/ Schiedsrichter zu legen, sondern schaut auf Euer Spiel. Damit hat man meistens die notwendigen Zeilen verbraucht.

Was musst du uns noch mitteilen, worauf die Fußballwelt gewartet hat?
Gar nicht viel, außer die Hoffnung, dass wir bald wieder eine Perspektive haben, unseren Ligabetrieb wieder aufzunehmen. Fußball ist für viele (auch Zuschauer) ein wichtiger Ort des Herauskommens und der Gemeinschaft. Daher ist Amateurfußball in seiner Wirkung nicht zu unterschätzen.