Dustin Auth (ESV Lüneburg)


Name, Verein, Alter Position
Dustin Auth, ESV Lüneburg, 28, Edeljoker als Stürme

Wieder rollt nicht der Ball – wie gehst du damit um?
Es ist schon sehr schwierig, denn es betrifft ja nicht nur mich selbst sondern auch meine Kinder. Die Fragen jeden einzelnen Tag am Wochenende: „Papa, wann können wir endlich wieder zum ESV fahren? Du musst doch wieder spielen und wir wollen mit den anderen Kindern auf dem Spielplatz am Sportplatz spielen. Außerdem möchte ich wieder mein Kinder-Bier trinken!“
Wir versuchen natürlich das Beste draus zu machen. Sprich, solange wir noch dürfen, mit den Kindern auf dem Spielplatz zu gehen und da dann wenigstens ein wenig gegen den Ball zu treten. Und nimmt man sich noch mehr Zeit für seine Kinder. Gemeinsam gehen wir da durch, bis wir endlich wieder zu den Großen dürfen. Sagt meine 4 Jahre alte Tochter immer dann zu mir.

Wie wirst du dich fit halten?
Sehr spannende Frage. Da ich körperlich im Job gut zu tun habe, muss ich nur noch an den weiteren purzelnden Kilos arbeiten und die Luft muss auch weiter besser werden. Diese hole ich mir durch viele Aktivitäten mit meiner Tochter im Freien.

Warum spielst du beim ESV Lüneburg?
Wie hieß der erste Satz, den ich mir zur Begrüßung anhören durfte: „Beim ESV fängt man seine Karriere nicht nur an sondern man beendet sie auch dort!“ Daran habe ich mich bis heute ganz gut dran gehalten. Nein, mal im Ernst: Der Verein mit seinen Mitgliedern ist ein toller, schöner und familiärer Verein. Wo alle zusammen halten, durch den gesamten Verein durch. Die Spielerfrauen sind gerne mit dabei, die Kinder freuen sich jedes Wochenende sich zu sehen und dort Spaß zusammen haben. Und die Väter können beruhigt und mit einem reinen Gewissens ihrem Hobby nachgehen. Daher fühle ich mich sehr mit dem ESV verbunden, und mache auch neben dem Rasen auch gerne viel für den Verein. Denn nur gemeinsam können wir den Verein so gut erhalten.

Was kannst du in der Kabine nicht mehr hören?
Ohje ohje… Ich glaube, der altbekannte Spruch im Amateurfußball: „Mir tut das weh und das tut mir weh.“ Dazu: „Wie, das Bier ist schon wieder alle?“

Niederlage in letzter Sekunde – wie reagierst du?
Oh, da fragst du echt den Verkehrten… Ich bin ja bekanntlich nicht ganz der Ruhigste, aber bei so einer Sache könnte ich echt vor Wut und Trauer in den Rasen beißen. Erst recht, wenn das auch noch unverdient war, auf das ganze Spiel hin betrachtet.

Gel in den Haaren, Stutzen über die Knie, bunte Schuhe – wie sieht das bei dir aus?
Naja, Stutzen müssen nun nicht aussehen, als wenn man eine Strumpfhose trägt. Im Großen und Ganzen trage ich eher selten bunte Schuhe, da ich als Schiedsrichter auch keine bunten Schuhe trage. Und Haare hatte ich mal...

Dein bisher größter sportlicher Erfolg?
Den hatte ich, als ich in der Jugend der SV Scharnebeck gefördert wurde. Und somit von einer Auswahl in die nächste höhere aufgenommen wurde. Mit meinem Wechsel von dort aus zum LSK in der B-Jugend. Und schließlich durfte ich in Polen bei einer Jugendeuropa Meisterschaft teilnehmen. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei meinen Trainern bedanken, für ihr Engagement, die Förderungen und auch als gute Zuhörer und Motivatoren. Zum einen „Raffi“, mit dem ich eine tolle Zeit bei der SVS hatte, was auch zu einer tollen Freundschaft außerhalb des Platzes geführt hat. Mit tollen Erlebnissen und auch Stadionbesuchen. Ich erwähne in diesem Sinne dann gleich Mal unser unvergessliches Gurkenrennen!!! Und zum Zweiten für den weiteren Schritt dem lieben Jürgen Meyer, der mein Trainer beim LSK war, dem ich auch neben dem Platz sehr viel zu verdanken habe. Ich freue mich heute noch, wenn ich meinen ehemaligen Mannschaftskollegen Felix Meyer sehe, erwische mich immer dabei, dass ich immer noch die ersten beiden gleichen Fragen stelle: „Mensch Felix, wie geht es den Jürgen, und schade, dass der nichts mehr macht!“

5:0-Sieg – was geht an diesem Abend noch ab?
Da wir ja meistens auf einem Sonntag spielen, trinken wir brav unsere kalte Limo und sind um 20 Uhr alle im Bett. Die eigentliche Antwort ist: „In der dritten Halbzeit ist es schwer gegen den ESV zu gewinnen!“

Und was machst du nach einer bitteren Pleite?
Egal, denn in der 3. Halbzeit sind wir gerne noch zusammen. Und ich erinnere mich gut: Wir haben gegen Me/Vö 2 in Vögelsen verloren und waren mit 8 Leuten die letzten Leute, die dem Wirt den Umsatz gebracht haben!

Es steht 0:3 zur Halbzeit – wie reagierst du?
Naja, dann kommt ja gerade meine Spielzeit, und da bin ich dann ganz gut auf Torejagd unterwegs. Mein Motto für die zweite Halbzeit „Mund abwischen, A..... aufreißen und das Beste noch mitnehmen wollen!“

Was kannst du beim Fußball nicht ertragen?
Ganz klar Rassismus!

Quälst du dich gern beim Training?
Sagen wir Mal so: Ich habe seitdem Lars Eggers und Marco bei uns Trainer sind, wieder deutlich mehr Biss und Zug reinbekommen. Was aber auch daran liegt, dass der Konkurrenzkampf steigt. Das Training und die Vorbereitungen sind super organisiert und dadurch, dass wir seitdem auch immer eine ganz gute Trainingsbeteiligung habe, macht es ab und an Spaß über seinen derzeitigen Fitness-Stand hinaus zu gehen.

Wohin geht der Ball, wenn du mit links aus 16 Metern abziehst?
Hoffentlich in die Nähe des Kastens und nicht in die Richtung der 20 Zuschauer.

Und wie schaut es mit Kopfball aus?
Auch ich blindes Huhn habe es in der laufenden Saison geschafft damit ein Tor zu erzielen.

Du wirst nicht aufgestellt – wie reagierst du?
Ist schon blöd, wenn man viel an sich arbeitet und dann doch nicht dabei ist. Aber wenn man es doch in den Kader geschafft hat, bin ich mit meiner derzeitigen Joker-Rolle ganz zufrieden, solange ich so weiter abliefern und das Team damit unterstützen kann. Man muss sich ja nur den derzeitigen Tabellenstand ansehen, das erklärt einiges.

Was würdest du gern als Kicker noch erreichen?
Ich würde gerne nochmal Meister werden. In welcher Liga das auch sein möge, aber ich glaube, das würde auch dem Verein mal richtig gut tun. Und wir haben dann endlich mal aktuelle Siegerfotos im Verein hängen. Und nicht nur die von früher in fast nur schwarz-weiß.

1:1, 92. Minute, Elfmeter für euch – schießt du?
Vor einem Jahr hätte ich mich sehr gerne angeboten, doch nun lieber nicht mehr, die letzten drei waren nicht von Erfolg gekrönt…

Wird der Kreisfußball manchmal viel zu ernst genommen?
Es gibt solche Spieler und solche. Oder auch Mannschaften. Aber wenn man sich hinterher beim Kaltgetränk unterhalten kann und alles gut ist, finde ich ist gesunder Ehrgeiz das Geilste im Fußball, wenn es denn fair abläuft.

Kannst du auf dem Feld auch ein Stinkstiefel sein?
Oh ja, das kann ich sein, aber ich gebe mir Mühe dieses immer mehr abzustellen.

Was bringt dich richtig auf die Palme?
Das sag ich lieber nicht, sonst wissen meine Konkurrenten in den nächsten Spielen, sobald wir wieder dürfen, was sie machen müssen.

Und worüber kannst du herzhaft lachen?
Über uns selbst, wenn wir unter der Dusche oder bei der Limo über unsere dusseligen Aktionen sprechen.

Was würdest du beim Fußball besser können?
Gelassener sein, dazu eine bessere Technik und schnellere Bewegungen.

Was musst du uns noch mitteilen, worauf die Fußballwelt gewartet hat?
Leute, in dieser Zeit haben wir vieles gelernt. Fußball ist unser Hobby, wir verdienen kein Geld damit sondern bezahlen sogar dafür, dass wir gegen einander spielen können. Lasst uns den Spaß daran behalten. Es gibt nichts Wichtigeres als unser höchstes Gut: Gesundheit! Bleibt gesund – und ich hoffe, dass ich euch bald Mal wieder auf dem Platz sehen darf.