Michael Franke (TuS Neetze)


Name, Verein, Alter Position
Michael Franke, 48 TuS Neetze, Libero – heutzutage Hinten irgendwo

Wieder rollt nicht der Ball – wie gehst du damit um?
Er hat sich früher genug gerollt in meinem Leben. Da kann man das jetzt verschmerzen. Wichtig ist, dassalle gesund bleiben.
 
Ist Ü50 manchmal schlimmer als U9?
Ich bin ja noch nicht allzu lange dabei. Aber es läuft doch alles recht entspannt ab.

Immer TuS Neetze – hat nie etwas anderes gelockt?
Die Versuchungen, es mal etwas höher zu probieren, waren immer wieder mal da. Aber wahrscheinlich habe ich das nicht weiter verfolgt, weil ich mich beim TuS zu Hause gefühlt habe. Und wir haben den Ball auch ganz gut laufen lassen.

Welche Posten übst du im Klub aus?
Ich bin seit 2006 im geschäftsführenden Vorstand und seit 2017 auch im Förderverein. So langsam setzt die Amtsmüdigkeit ein...

Wie wichtig ist der Klub für das Dorf?
Als ich 1992 im Neetzer Herrenbereich angefangen hab, hat der Verein im Dorf eine wichtige Rolle gespielt. In den letzten Jahren ist es weniger geworden. Da die Dörfer wachsen, nicht mehr jeder jeden kennt, aber eine normale Entwicklung.

Du sollst ja Knobelkönig sein – stimmt das?
Was soll das Wort "soll"?:-) Ich durfte das Knobeln noch von den Knobel-Legenden Werner Griehl und Alfred "Foggy" Schumacher lernen. Da fällt mir ein – ich muss mal wieder an den Tresen :-)

Schnell die Augen zu und nachdenken: Was war dein schönstes Tor?
Ich weiß nicht genau, welche Saison es war. Vorletzter Spieltag in Neetze gegen Jesteburg. Mit einem Sieg wären wir gesichert gewesen. 93. Minute, es steht 3:3. In der eigenen Hälfte bekomme ich den Ball – nach 60 Metern und ein paar ausgetanzten Jesteburgern stand es 4:3! Bei der Feier danach wusste ich wieder, warum ich Fußball spiele!

Hast du wirklich mal von der Mittellinie getroffen?
Einmal hat der Torwart geholfen, einmal der Wind.

Auch mal mit der rechten Mauke getroffen?
Bestimmt wurde ich auch mal kurz vor der Linie "falsch" angeschossen.

Die schönste Anekdote deiner steilen Karriere?
Als Andenken an Heinz Schumacher, der letzten Monat 85 geworden wäre: Budenzauber. Heinz hatte einen Zettel am Tresen hinterlegt, zum Anschreiben für die Spieler. Als er zahlte, waren nur noch Christian Brandt und ich da, komisch! Nur 3 Würste standen auf seinem Zettel, 2 hatte er selbst gegessen. Er hat sich tierisch darüber aufgeregt. 14 Tage später hatten wir ein Hallenturnier in Dannenberg, er hatte 100 DM am Tresen hinterlegt und niemand durfte den Saal verlassen, bevor das Geld verzehrt war!

Was würdest du gerne beim Fußball besser können?
Bei meiner Größe hätte mir ein guter Offensiv-Kopfball gut zu Gesicht gestanden.

Was würdest du beim Fußball noch gerne erreichen?
Es wäre schön, noch ein paar Jahre einfach mit Freunden dummes Zeug zu erzählen und den Ball laufen zu lassen.

Was war die positivste Schlagzeile über dich?
Ich hatte früher einen  speziellen Journalisten-Freund im Harburger Raum. Ihm hat meine Spielweise gefallen. Nach einem gewonnen Spiel in Meckelfeld war im Sportteil einer Harburger Zeitung zu lesen „Meckelfeld hat heute gegen den "TuS Franke" verloren!“ Das war schon schön zu lesen.

Was war der größte sportliche Erfolg?
- Zwei Bezirkspokalendspiele – leider beide verloren.
- Ich kam aus der Kreisliga und habe relativ schnell Fuß gefasst. Zum Anfang ja noch in der ehemaligen Landesliga Ost (heutige Oberliga).
- mit der Ü 40 zweiter der Niedersachsenmeisterschaft und Vierter der Norddeutschen Meisterschaft.
- Mein Abschiedsspiel 2009 gegen die HSV-Altliga und die anschließende Feier mit Lotto King Karl und Carsten Pape.

Und was war der absolute Tiefpunkt?
Der Abstieg 2009 aus der Landesliga. In der Saison hatte ich nicht mehr gespielt, war aber als Zuschauer viel unterwegs.

Was musst du uns noch mitteilen, worauf die Fußballwelt gewartet hat?
Ich wünsche uns allen, dass wir diese schwierige Zeit gut überstehen und dass wir uns alle in der Zukunft noch auf dem Fußballplatz sehen. Eine schöne Adventszeit und frohe Weihnachten!