Thomas Dau (Allstar in 4 Vereinen)


Name, Vereine, Alter
Thomas Dau, SV Ilmenau, Lüneburger SV, TuS Neetze und Dahlenburger SK, Bj. 1963

Wie sind die Erinnerungen an die aktive Zeit?
Meine aktive Zeit im Herrenbereich begann 1980 beim Dahlenburger SK, der auch mein Ausbildungsverein war. Mit 23 Jahren hatte mich Jürgen Karges zum TuS Neetze geholt. Das war auch mein Durchbruch als Stürmer. Mit 44 Toren in der ersten Saison habe ich mir dadurch viele Freunde gemacht. Mit so wenig laufen beim Fußball, so viele Tore zu erzielen, war schon eine gute Leistung. Danach musste ich meiner Familie versprechen nach zwei Kindern ein paar Klassen tiefer zu spielen. Da kam der Kontakt zur Lüneburger SV, die damals in der Bezirksklasse waren. Nach zwei Aufstiegen war das meiner Frau nach unserem dritten Kind auch wieder zu viel und ich landete beim SV Ilmenau in der Kreisliga. In meinem ersten Jahr haben wir den Kreispokal und die Kreismeisterschaft errungen. Hier bin ich dann geblieben und habe auch in den Mannschaften mit den älteren Spielern gespielt. Schön war es da auch die dritte Halbzeit zu feiern, wenn die Erfolge auf dem Platz ausblieben.

Ist die Herrenzeit viel zu früh vorbei gewesen?
Mit 43 Jahren habe ich mein letztes Spiel in der 1. Herren beim SV Ilmenau in der Bezirksliga absolviert. Zum Glück bin ich vom Verletzungspech verschont geblieben. Meine Mitspieler waren die Mitschüler meiner Kinder, das war für sie schon peinlich. Da kann ich nicht sagen, dass die Herrenzeit zu früh zu Enden war. Wahrscheinlich haben die jungen Spieler alle gedacht, der alte Sack nimmt mir den Platz weg.

Wie viele Treffer hast du wohl erzielt?
Für den DSK, LSV und Neetze waren es jeweils über 100 Tore, das hat die Presse gezählt und auch veröffentlicht. Beim SV Ilmenau habe ich nicht mehr gezählt, auch da sind einige zusammengekommen.

Brummt dir heute noch der Kopf von den vielen Kopfballtoren?
So viele Kopfballtore waren aus meiner Erinnerung gar nicht dabei. Ein Kopfballtor ist mir jedoch in Erinnerung geblieben, da ich mir dabei einen Jochbeinbruch in Neetze zugezogen habe. Der Ball ging in das lange Dreiangel und mein Gegenspieler wollte den Ball raushauen und traf mich am Jochbein, dieses gab daraufhin nach. Unser Physiotherapeut hat nach Rücksprache gesagt, super Tor und sieht alles gut aus. Am nächsten Morgen bin ich zum Röntgen gefahren und bekam das Ergebnis: Jochbeinbruch. Den ersten Hochzeitstag habe ich mit meiner Frau im Krankenhaus gefeiert. Das durfte ich mir sehr lange noch anhören.

Bist du ein typischer Boxspieler gewesen oder ehr ein Laufwunder?
Ein Laufwunder war ich sicher nicht, da hatte ich immer tolle Nebenleute, die mir das abgenommen haben. Jedoch hat in Neetze der damalige Libero Erhard Rabeler im Freundschaftsspiel einmal auf meiner Position gespielt und in der Halbzeit mich gefragt, ob ich auch immer so viel laufen muss wie er. Deshalb denke ich, ich habe schon ein paar Kilometer pro Spiel abgeleistet, es ist nur nicht allen aufgefallen.

Wie bist du mit Niederlagen umgegangen?
Ich kann mich noch an unser erstes Spiel nach dem Aufstieg in die 5. Liga mit Neetze erinnern: Jürgen Siebert war der neue Trainer und wir haben vor eigenem Publikum mit 0:4 gegen Winsen verloren. Nach dem Spiel mussten wir vor unserem Publikum auf dem Platz auslaufen, das hat mir nicht gefallen. Insgesamt konnte ich es akzeptieren, wenn die Gegner stärker waren. Gewurmt hat es mich trotzdem.

Was für ein Typ Spieler bist du gewesen?
Mein Sohn hat vor Jahren mal gesagt, ich sei der Gerd Müller der Kreisklasse. Er war aber zu den Neetzer-Zeiten noch nicht geboren. Ich hatte ein gutes Näschen, um zu ahnen wohin meine Mitspieler den Flankenball spielten. Kopfbälle konnte ich ganz gut, Freistöße habe ich viel in Strafraumnähe geschossen und mit dem rechten Fuß kam der Ball auch stramm und platziert auf das Tor. Wie heißt so ein Spieler? Torjäger!

Konntest du ein richtiges Schwein sein, wenn es hart zur Sache ging?
Nein, ich hoffe, dass ich fair und manchmal hart gespielt habe. In der Box geht es nun einmal ein bisschen aggressiver zur Sache, mein Ziel war immer ein Tor zu erzielen.

Mal ein kleiner Nachweis für die jüngere Generation, dass Thomas Dau ein echter Knipser war.
Mal ein kleiner Nachweis für die jüngere Generation, dass Thomas Dau ein echter Knipser war.

Was hast du am Fußball am meisten geliebt?
Die Taktik, die Kameradschaft und das Gewinnen. Immer wieder neue Dinge im Training zu studieren und im Spiel auszuprobieren. Außerdem war der Sport ein sehr guter Ausgleich zum beruflichen Alltag und hat mir viel Motivation gegeben.

Und was ging dir richtig auf die Nerven?
Grundlagenausdauer, das war nicht meine Sportart. Hier gab es immer Spieler die besser waren als ich. Ich wollte doch nicht Leichtathletik trainieren.

Welchen Spielertyp konntest du gar nicht ertragen?
Unfaire Spieler, denen die Gesundheit der Gegenspieler egal war.

Was war deine größte Stärke auf dem Platz?
Der Wille Spiele zu gewinnen und die gesamte Mannschaft mitzureißen. Ich war für meine Mitspieler ein sehr guter Anspieler im Sturmzentrum, um den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Tore schießen war das Einzige, was ich in dieser Zeit ganz gut hinbekam.

Und welche neben dem Feld?
Meine Mitmenschen und mich zu Leistungen zu motivieren. Wenn ich an etwas glaube, dann kann ich es auch erreichen.

Was waren die sportlich größten Erfolge?
Da hatte ich bei jedem Verein Erfolgserlebnisse. Der größte Erfolg war der Aufstieg mit dem TuS Neetze in die 5. Liga. Die Endspielteilnahme am Bezirkspokal mit der LSV und in der Ü50 die Deutsche Vizemeisterschaft im Jahre 2015.

Und die bitterste Niederlage?
Da kann ich mich an keine bestimmten Niederlagen erinnern. Die verlorenen Bezirkspokalspiele im Halbfinale (TuS Neetze) und Endspiel (LSV) waren schon ärgerlich.

Was hättest du als Kicker gerne noch erreicht?
Ich habe sehr viel als Fußballer erreicht. Das Wichtigste war, das ich mich von meinen Verletzungen schnell erholen konnte und mir mein Körper das Spielen weiter ermöglichte.

Was war dein allerschönstes Tor?
Da waren einige dabei, erinnern kann ich mich noch an ein Tor gegen Lilienthal, da ich fast auf der Torauslinie den Ball volley verwandelt habe.

Wo steckst du heute und was machst du?
Beruflich arbeite ich immer noch in der Bank und sportlich versuche ich die alten Knochen noch zu bewegen.

Bist du dem Fußball noch verbunden?
Dem Fußball bin ich nur noch als Zuschauer geblieben.

Womit füllst du am liebsten deine Freizeit?
Ich gehe mit meiner Frau zum Crossfit. Zwei meiner erwachsenen Kinder haben mich dazu gebracht. Nach all den Jahren mit Fußball habe ich jetzt eine Sportart gefunden, die ich mit meiner Frau zusammen machen kann. Wir gehen dreimal die Wochen ins Eisenwerk Crossfit. Außerdem nehmen mich meine Enkelkinder in meiner Freizeit in Anspruch.

Was musst du uns noch mitteilen, worauf die Fußballwelt gewartet hat?
Bleibt alle gesund und treibt fleißig Sport. Es ist ein sehr schöner Ausgleich zu den beruflichen Tätigkeiten und knüpft auch viele Kontakte.