Thomas Trochemowitz (TuS Reppenstedt)


Name, Verein, Alter, Position
Thomas (Troche) Trochemowitz, TuS Reppenstedt, 55 Jahre, wo der Trainer mich aufstellt.

Wieder rollt nicht der Ball – egal oder richtig nervig?
Erst einmal steht die Gesundheit für Alle im Vordergrund! Aber natürlich ist das nervig, dass man die Erste nicht anfeuern kann. Die sozialen Kontakte können nicht gepflegt werden. Man kann selbst nicht dem runden Kunstleder hinterherlaufen und anschließend beim Bierchen klug rumschnacken. Gerade in der Ü50 ist der soziale Aspekt der eigentliche Grund dafür, dass wir überhaupt noch versuchen dem Ball hinterher zu laufen.

TuS Reppenstedt – welche Bedeutung hat der Klub für dich?
Für mich ist der TuS seit 2008 mehr als eine Heimat. Allein die Sportanlage ist eine glatte Eins. Ich habe hier viele wirklich gute Freunde gefunden, auf die ich mich auch über den TuS hinaus verlassen kann! Nicht umsonst habe ich von Anfang an mir ein Ehrenamt „aufschwatzen“ lassen. Über Trainer der Ü40, Fußballobmann und Kassenprüfer, bin ich jetzt im Hauptvorstand als Pressewart aktiv.

Ü50 TuS – manchmal schlimmer als eine U10?
Auf jeden Fall anders, irgendwie spezieller. Die U10 können ihre Schuhe mittlerweile selbst binden und nach dem Spiel wird sich lautstark für später verabredet. In der Ü50 bräuchten wir, mich eingeschlossen, eigentlich Schuhe in die man nur reinschlüpfen und sich nicht bücken muss. Und nach dem Spiel, könnte man bei dem Gestöhne und der Schnappatmung in der Kabine jeden Porno vertonen!  

Wie viele Salben und Latschenkiefer benötigst du vor dem Match?
Das hält sich in Grenzen. Ein bisschen Trauma reicht, damit man sich nicht warmlaufen muss.

Rosa Trikots – was fällt dir dazu ein?
2015/2016 wurden wir mit den rosa Trikots Kreismeister der Ü40. Eigentlich haben wir uns die zugelegt, damit wir nicht dauernd schon Kraft beim Trikottausch vergeuden, wenn der Gegner oder Schiedsrichter das gleiche anhatte wie wir. Das hielt aber nur ein Jahr. Handorf machte es uns nach und als wie gegeneinander spielen sollten, sah man nur Rosa auf dem Platz. Das Spiel fing 15 Minuten später an, Handorf spielte mit Leibchen.

Und wie fühlt sich der Morgen nach einem Spiel an?
Wenn meine Frau mich fragt, geht es mir blendend. Nur wenn sie den Raum verlässt, merke ich meine Kopfschmerzen. Dabei kann ich mich an keinen Kopfball erinnern. Lag wohl eher an der dritten Halbzeit. Aber Muskelkater ist eigentlich immer dabei.

Lange Zeit Trainer gewesen – was ist die schönste Erinnerung?
Auf jeden Fall der Durchmarsch mit dem Vastorfer SK. Direkt nach der Kreisliga-Meisterschaft holten wir auch den Titel in der Bezirksklasse und stiegen in die Bezirksliga auf.

Und was war die bitterste Erfahrung?
Sicherlich das eine Jahr in Radbruch. Das passte von beiden Seiten vorne und hinten nicht zusammen. Wir gingen schon nach einem Jahr wieder getrennte Wege. Schade, von den Spielern her waren einige super Typen dabei.

Welcher Satz ging dir richtig auf die Nerven?
Nach einem verlorenem Spiel der Satz: „Nächstes Mal machen wir es besser“.

Bock, noch einmal auf die Bank zurück zu kehren?
Definitiv nein! Ich habe allein im Herrenbereich 15 Jahre (SV Wendisch Evern, Vastorfer SK, TSV Gellersen und Radbruch) trainiert. Außerdem fehlt mir heute bei einer Großzahl von jungen Spielern die notwendige Einstellung, die der Fußball einfach braucht. Da würde ich mich nur aufreiben. Seit einigen Jahren betreue ich zusammen mit Thomas „Blecky“ Bleckwenn erst die Ü40 und jetzt die Ü50. Das reicht, um sich auch mal zu ärgern.


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Welchen Spielertyp konntest du als Trainer nicht ertragen?
Spieler, die auf das Äußere mehr Wert, als auf das sportliche legten. Die Spieler gibt es heute noch! Nur das sie heute noch zusätzlich bunte Schuhe anhaben, die gab es damals noch nicht.

Hattest du einen Lieblingsspieler?
Ganz klar André Dörr vom VSK! Mein damaliger Co-Trainer Uli Neumann und ich waren uns sehr schnell einig, was der am Ball konnte und mit welchem Tempo und Übersicht er das Spiel dirigierte, ein Traum. Und menschlich eine Granate!   

Was kannst du in der Kabine nicht mehr hören?
Wenn Angelo in der Ü50 meint: „Troche, den Ball hättest du auch abspielen können!“

3 Grad, Nieselregen und Wind – wie toll ist da Fußball in der Ü50?
Dick eingepackt und mit ein paar Kilos mehr auf dem Fell geht das schon.

0:1 in letzter Sekunde – wie reagierst du?
Mittlerweile etwas gelassener, auch wenn der rote Kopf – den habe ich über die gesamte Spielzeit – dies nicht immer vermuten lässt. Nach einer halben Stunde geht es wieder. Früher war der Tag für mich gelaufen.

Was kannst du beim Fußball nicht ertragen?
Unsportlichkeit! Man kann sich 90 Minuten beackern und bekämpfen. Aber spucken oder Ellbogeneinsatz, das geht gar nicht.

Dein bisher größter sportlicher Erfolg?
Als Trainer bestimmt die Titel mit dem Vastorfer SK und dem TSV Gellersen.  

Was würdest du gern als Kicker noch erreichen?
Bis auf einen Knorpelschaden, den ich mir nicht beim Fußball spielen zugezogen habe, kann ich hoffentlich im August die 50 Jahre Fussi ohne schwerwiegende Verletzung voll machen.

Worüber kannst du herzhaft lachen?
Bei den alten Säcken, über den doch manchmal etwas derben Humor von Jörg „Effe-Schneemann“ Petersen und den trockenen Sprüchen von Thies Schienbein. Weltklasse!

Was hättest du beim Fußball gerne besser gekonnt?
Ein Fallrückzieher Tor. Ist mir aber nicht gelungen. Beim ersten und letzten Versuch bin ich mit einer Schulterprellung 2 Wochen ausgefallen.

Franz Beckenbauer und du – eine besondere Beziehung?
Für mich schon! 1980 (Oh Gott das ist schon mehr als 40 Jahre her), ich spielte beim LSK in der B-Jugend und durfte mit dem Ehrengast Franz (er wechselte damals von Cosmos New York zum HSV), bei einem Freundschaftsspiel gegen deren U15 den Anstoß ausführen. Das war schon eine Ehre für mich.

Schnell die Augen zu und nachdenken: Was war dein schönstes Tor?
In der C-Jugend bin ich damals als Vorstopper bei einer Ecke mit nach vorne gegangen. Die Ecke wurde aus dem Strafraum geklärt und ich habe den Ball aus 20 Metern volley in den Knick gehämmert.

Was musst du uns noch mitteilen, worauf die Fußballwelt gewartet hat?
Fußball ist und bleibt ein Mannschaftssport. Nach der Trainingseinheit oder dem Spiel, gehört gerade im Hobbyfußball, das Leben mit und für den Verein, noch zusätzlich dazu. Das sollten viele Fußballer von Heute sich mit auf die Fahne schreiben!

Der große Moment des Thomas Trochemowitz mit Franz Beckenbauer!
Der große Moment des Thomas Trochemowitz mit Franz Beckenbauer!