Reißt euch bei der Einhaltung der Coronaregeln bitte zusammen!

Am vergangenen Spieltag besuchte ich wieder einige Sportplätze. Die Coronaregeln werden in den meisten Fällen hervorragend von den Vereinen umgesetzt – vor allem ehrenamtlich und mit viel Herzblut. Doch wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel, es scheint immer noch Menschen zu geben, die überrascht sind, dass seit März 2020 alles etwas anders geworden ist. Und so kämpfen die Vereine (Ehrenamtlichen) gegen das (un)bewusste Unwissen einiger Zuschauer – und sind am Ende nicht selten machtlos oder frustriert. Wie oft stand ich in den vergangenen Wochen bei diesen Ehrenamtlichen, hörte ihnen zu, was sie alles leisten, damit unser geliebter Ball laufen kann – und wie schnell alles wieder vorbei sein könnte!


Montag ging bei uns folgende Mail ein. Der Verfasser möchte nicht genannt werden, warum wohl? Könnte es die Sorge um Nestbeschmutzung sein, obwohl die warnenden Worte wichtig und richtig sind?

„Die niedersächsische Regierung und der NFV haben neue Regeln zum 25.09.2020 bestimmt, damit der Ball weiterhin rollen kann. Das „Orgateam“ im Sportverein muss diese nun tagtäglich umsetzen, eine Mammutaufgabe.
Auszug aus NFV-Information: Zuschauerinnen und Zuschauer haben außerhalb Ihres Sitzplatzes grundsätzlich eine Mund-Nasenbedeckung zu tragen. Die Veranstalter sollen Maßnahmen zur Personensteuerung treffen.
Aber was macht man bei drei verschiedenen Gruppen wie Sportlern, Zuschauer und Gastrobesuchern, wenn man nur einen Eingang hat? Ganz einfach: Man klebt am Eingangstor diverse Mundschutzpflichtschilder für das Betreten des Sportgeländes an, erklärt jedem Besucher das Hygienekonzept und hängt einen Plan der Wege auf, die jede einzelne Gruppe einhalten soll. Informiert alle noch auf der vereinseigenen Homepage. Soweit, so gut – doch wer liest diese Infos im Vorfeld? Viele Besucher kommen einfach, wollen am Eingang informiert werden – wer eine Maske und einen eigenen Stuhl dabei hat, der hat schon ganz weit mitgedacht!
Alle Gäste müssten also einen Mundschutz tragen, die auf das Sportgelände kommen, bis ihr Ziel erreicht ist. Und wie sieht die Praxis aus? Schon am Einlass haben ein Drittel der drei Gruppen ihren Mund- und Nasenschutz vergessen, alle laufen kreuz und quer, nehmen den Mundschutz (der netter Weise vom Sportverein gespendet wird) vorzeitig ab. Vergessen sich teilweise in die jeweiligen Listen einzutragen. Nach Abpfiff vermischen sich alle Bereiche (Sportler, Zuschauer, Gastro), das ist leider nicht zu ändern. Aber: Es muss jeder die Regeln einhalten! Aber nicht jeder versteht diese Regeln! Das „Orgateam“ hört dann solche Sätze wie „Nun stellt euch nicht so an“, „Habe ich nicht gewusst“, „Das ist bei uns aber nicht so“ oder „Ich war eben in XY, da brauchte ich das nicht!“ Gebetsmühlenartig predigt man die Regeln herunter, läuft von A nach B, um Einhalt zu gebieten, diskutiert, bittet – irgendwann fühlt man sich machtlos. Und irgendwie fühlt man sich als Verein auch allein gelassen. Regeln sind gut und wichtig, aber sie müssen auch durch ehrenamtliche Helfer umgesetzt werden können – und das ist alles andere als einfach!
Leute, wir von Orgateam im Sportverein sind doch nicht die Polizei, haben die Regeln nicht erfunden. Warum wird es uns so schwer gemacht? Niemand verletzt die Regeln (wahrscheinlich) absichtlich, aber viele sind gedankenlos, vielleicht auch müde, weil man den ganzen Tag mit Corona-Meldungen überhäuft wird – oder einige Menschen haben den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt! Es ist verständlich, dass viele einfach mal abschalten, sich mit Kumpels treffen, mit ihrem Team mitfiebern und gemütlich ein paar Stunden auf dem Platz verbringen wollen – doch wie lange geht das noch gut? Und bitte doch nicht auf Kosten der Menschen, die alles dafür geben, dass nicht bald wieder der Abpfiff erfolgt!
Ich bin überzeugt, wenn sich nicht alle im Vorwege über die Regeln des Gastvereines und des eigenen Vereins informieren und diese auch einhalten, wird es bald kein Freiluftsport mehr mit Zuschauern geben. Und das wäre ganz bitter, oder? Dann aber bitte nicht wundern und mit dem Finger auf andere zeigen – denn jeder von uns steht in der Pflicht, kann in seinem Rahmen zur Einhaltung der Regeln beitragen – diese Verantwortung muss nicht auf 5 Menschen mit gelben Ordner-Leibchen lasten, oder?“