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Da sitze ich ganz gemütlich auf meinem Stuhl an der Mittellinie, warte darauf, dass das Spiel des TuS Neetze gegen den Hamburger SV anfängt. Auf der anderen Seite ist das HSV-Maskottchen „Dino Hermann“ von Kindern umringt – ein echter Fotostar! Plötzlich dreht sich Hermann um, stiefelt entlang der Mittellinie los. Ganz langsam kommt er auf mich zu, ist noch 20 Meter entfernt, 10 Meter, 5 Meter, 10 Zentimeter – was möchte der Dino von mir? Er winkt mir zu, streichelt mir auf dem Kopf und umarmt mich. Mir wird ganz schwindelig, was geht hier ab? Mit einem Lächeln sage ich zu ihm: „Hermann, Junge, was ist los mit dir? Es gibt nur ein Maskottchen, das mich abkuscheln darf – und das ist „Jünter“ von Borussia Mönchengladbach!“ Hermann hebt beide Arme, winkt mir zu – lächelt das liebe Viech sogar ein wenig? Na ja, so schlimm war die Streicheleinheit nun doch nicht. „Ach Hermann, siehst ja trotzdem niedlich aus – und ein wenig Ähnlichkeit mit Jünter ist ja auch da“, tröste ich ihn. Wir drücken uns noch einmal, dann stiefelt der dicke Brummer wieder los – bei fast 30 Grad bestimmt auch kein Geschenk, wenn man so fleischig und alt ist... 

Das ist "Jünter", mein Lieblings-Maskottchen. Nein, das ist kein Esel sondern ein Fohlen. Günter Netzer, Spielmacher der legendären Fohlen der 70er Jahre, wird durch dieses schlanke Tierchen in Ehren gehalten.