Lüneburger SK: Thomas Simon wird Trainer der neuen U23

(Poersch). „Es war immer mein Traum, Trainer beim LSK zu werden“, sagt Thomas Simon. Dieser Traum geht nun in Erfüllung. Der 44-Jährige übernimmt ab kommender Saison die neue U23 des Lüneburger SK Hansa in der 1. Kreisklasse von Thomas Wiebe, der den LSK II drei Jahre trainiert hat. Heute wurde der neue Trainer in der Goseburg vorgestellt.
LSK-Teamchef Rainer Zobel reiste zu dem Termin extra aus Braunschweig an, Regionalliga-Cheftrainer Qendrim Xhafolli kam aus Uelzen. Auch LSK-Präsident Sebastian Becker und andere waren da. Das zeigt die Wertschätzung gegenüber dem neuen Coach und die Aufbruchsstimmung rund um die neue U23 des LSK.
Thomas Simon kennt sich bestens aus im hiesigen Fußball. Er spielte 20 Jahre beim TuS Barendorf, später beim TuS Neetze II und TuS Erbstorf. Als Trainer war er bis 2012 beim TuS Neetze II aktiv, von 2012 bis 2015 beim Thomasburger SV, bis 2016 beim TuS Erbstorf, die vergangenen vier Jahre beim TSV Adendorf, wo er die 1. Mannschaft und zuletzt die U17 in der Bezirksliga trainierte.
In Adendorf lassen sie ihn ungern gehen. „Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Spielern und den Offiziellen. Sie haben mich herzlich verabschiedet“, freut sich Thomas Simon, der als Bundespolizist in Hainberg bei Uelzen arbeitet.
Nun reizt ihn die neue Herausforderung. „Er hat richtig Bock auf diesen Trainerposten und auf den LSK“, hat LSK-Jugendvorstand Martin Wilke in den ersten Gesprächen gemerkt. Das bestätigt der neue Coach: „Ich soll hier etwas Neues mit jungen Leuten aufbauen, eine tolle Aufgabe! Außerdem habe ich mit Freude beobachtet, wie positiv sich der LSK mit den neuen Verantwortlichen in der Außendarstellung verändert hat. Da ist nichts mehr von der angeblichen Arroganz, die man dem Verein ja früher zuweilen unterstellt hat. Das sieht man auch daran, dass viel mehr Zuschauer als zuvor zu den LSK-Heimspielen in Neetze kommen.“

Thomas Simon (3. v. r.) wurde von Präsident Sebastian Becker (v. l.), Jugendkoordinator Daniel Dehning, LSK-II-Trainer Thomas Wiebe, Teamchef Rainer Zobel und Cheftrainer Qendrim Xhafolli begrüßt – natürlich mit Corona-Sicherheitsabstand.
Thomas Simon (3. v. r.) wurde von Präsident Sebastian Becker (v. l.), Jugendkoordinator Daniel Dehning, LSK-II-Trainer Thomas Wiebe, Teamchef Rainer Zobel und Cheftrainer Qendrim Xhafolli begrüßt – natürlich mit Corona-Sicherheitsabstand.

Aus der U18 wird die neue U23 des LSK

LSK-Präsident Sebastian Becker, seit Jahren über die Fußball spielenden Söhne mit Thomas Simon befreundet, hat den neuen Trainer mit einer klaren Vorgabe verpflichtet: „Wir machen einen Schnitt. Unsere jetzige U18 soll die neue U23 werden.” Die meisten Talente haben zugesagt. Das Team soll mit zwei, drei älteren Akteuren verstärkt werden, die eine erfahrene Achse bilden. Thomas Simon ist u. a. mit einem ehemaligen Landesliga-Spieler im Gespräch, der die junge Mannschaft „als Leithammel“ führen soll. Natürlich sind auch leistungswillige und leistungsfähige Akteure des jetzigen LSK-II-Teams willkommen. „Das werde ich mir genau anschauen, wenn wir nach Corona wieder trainieren können“, sagt Simon.
Den LSK II hat er mal im Punktspiel unter die Lupe genommen. Urteil? „Leider nicht so prickelnd“, sagt der Trainer offen. Die U18 hat er häufig im Training beobachtet. Eindruck? „Ein sehr engagiertes Team. Da sind viele Spieler dabei, die auf gutem Niveau spielen können. Das wird eine echte Aufgabe, auf die ich mich freue!“
Außerdem soll die Zusammenarbeit zwischen Regionalliga- und Kreisklassen-Team künftig noch besser laufen: „Mein Ziel ist, dass die Spieler aus der Regionalliga nicht mit Widerwillen, sondern gern in der U23 aushelfen, wenn sie in der 1. Mannschaft mal nicht zum Einsatz kommen oder nach Verletzungen wieder fit werden müssen”, erklärt Simon.
Was für ein Trainertyp ist er? „Na, ich würde sagen, dass ich ein lockerer Typ bin und sehr gut mit meinen Spielern auskomme.” Dann kommt das Aber: „Ich bin schon sehr engagiert an der Linie.“ Was heißt das? Der 1,96 Meter große C-Lizenz-Inhaber grinst: „Man versteht überall auf dem Platz, was ich will – vor allem, wenn es mal nicht so gut läuft.“
Nicht so gut gelaufen ist es zuletzt beim LSK II. Abgänge der besten Spieler vor der Saison und in der Winterpause. Schlusslicht der 1. Kreisklasse. Thomas Wiebe, seit 1988 als Trainer und Funktionär im LSK aktiv, hatte das Team 2017 von Thomas Lohmann übernommen. „Eigentlich nur für drei Monate, bis ein Trainer gefunden ist. Doch der fand sich nicht, und es wurden drei Jahre daraus …“, sagt der 63-Jährige.

Thomas Wiebe bleibt Ligaobmann des Vereins

Es waren drei sehr schwierige Jahre für Thomas Wiebe: „Die 2. Mannschaft war und ist eine Multi-Kulti-Truppe, zeitweise mit Spielern aus zwölf Nationen, mit sehr unterschiedlichen Leistungsniveaus und Mentalitäten.” Dazu kamen die katastrophalen Trainings- und Spielbedingungen in der Goseburg: „Man konnte sich hinterher nicht mal zu einem Getränk zusammensetzen. So entsteht natürlich kein Teamgeist. Es war immer ein Balance-Akt, am Wochenende überhaupt elf Spieler zusammenzubekommen“, blickt Wiebe zurück. Eine der kniffligsten Aufgaben im Verein für den Mann, der einst mit der LSK-A-Jugend bis ins Finale des DFB-Pokals vorgestoßen war. Wiebe, der sich nie für irgendeinen Job im LSK zu schade war, erledigte auch diese Aufgabe ohne Klagen.
„Wir sind Thomas Wiebe zu großem Dank verpflichtet, dass er den Trainerposten beim LSK II in einer sehr schwierigen Phase übernommen und diese herausfordernde Arbeit drei Jahre mit unermüdlichem Engagement erledigt hat“, sagt Sebastian Becker. Der LSK-Präsident ist froh, dass Wiebe weiterhin Liga-Obmann des Vereins bleibt.