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Saisonrückblick SV BARNSTEDT

3. Kreisklasse (Abstieg) + 3. Platz + 15 Punkte + 25:16 Tore

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Interview mit SV-Spieler Heiko Elster

Platz 3 Abstiegsrunde – wie fällt dein Fazit aus?

Wir sind nicht gut in die Hinserie gestartet. Wenn du im ersten Spiel vier Tore in den letzten 10 Minuten bekommst, dann weißt du, dass einige in der Vorbereitung nicht so mitgezogen haben, wie man sich das gewünscht hätte. Das lässt sich dann während der laufenden Serie auch nur schlecht wieder aufholen. Das Abrutschen in die Abstiegsrunde hat dann aber doch geschmerzt. In der Vorbereitung der Rückrunde lief es dann anders. Wir haben unsere Fitness deutlich verbessert und haben in unseren Testspielen gegen höherklassige Mannschaften durchaus Ausrufezeichen setzen können. Diese Leistungen konnten wir dann auch in den Pflichtspielen auf den Platz bringen. Zum Schluss hat man sich über den dritten Platz fast schon geärgert, die Freude über den Nichtabstieg überwiegt aber natürlich alles andere.

 

Habt ihr alle Ziele erreicht oder war da noch deutlich Luft nach oben?

Ziel war der Nichtabstieg, das haben wir erreicht. Nebenbei haben wir mit Neuzugängen und Rückkehrern nochmal ordentliche Verstärkungen bekommen und setzen uns für die kommende Saison vielleicht mal andere Ziele. Wir werden sehen.

 

Tordifferenz: Wie zufrieden bist du damit?

Eine positive Tordifferenz! Hatten wir das je in den letzten Jahren?

 

Was hat dir besonders an deinem Team imponiert?

Stimmung, Zusammenhalt, sich gegenseitig anfeuern, unterstützen, Kritikfähigkeit und vieles mehr.

 

Und wo siehst du die größte Baustelle?

Im Ende meiner aktiven Karriere. Nee, Spaß beiseite. Die größte Baustelle wird sein, dass wir weiter als Mannschaft so gut funktionieren, jeder seine Aufgabe erfüllt und auf dem Platz alle Körner lassen will. Das hier ist nicht Champions League auf der Playstation. Wir müssen Fußball (auch) arbeiten.

 

Hat das Zusammenspiel zwischen Offensive und Defensive funktioniert?

Wenn ich zum Beispiel die Tordifferenz sehe, dann spricht das schon dafür. Gerade durch Einsatzwille und viel Laufbereitschaft haben wir wenig Lücken entstehen lassen. Das war auch ein Schlüssel zum Erfolg, was eben wiederum stark von der Fitness abhängig ist.

 

Standards – wie gefährlich seid ihr gewesen?

Da waren schon ein paar Highlights dabei. Wenn ich jetzt den Namen Slavik Fischer schreiben würde, dann würde ich ja eine Leistung eines Einzelnen hervorheben, also erwähne ich jetzt nicht den Freistoß von halblinks rechts oben in den Knick von Slavik Fischer.

 

Wie war die Trainingsbeteiligung insgesamt?

Da sind wir wieder bei dem Punkt. Fitness. Nur wenn alle unter 42 Jahren in der Lage sind, über die kompletten 90 Minuten zu gehen und dabei alles rauszuhauen, kannst du in so einer Saison das Ruder nochmal rumreißen. Das schafft man eben nicht auf der Couch vor der Playstation oder mit Übungen wie dem Einarmigen-Reißen. Diese Trainingseinheiten zählen erst bei der Saison-Abschlussfeier. Also: Beteiligung ist immer ausbaufähig, aber in der Rückrunde standen wir fast immer mit einer ordentlichen Zahl auf dem Platz.

 

Wie sehr hat euch Corona im Saisonverlauf zugesetzt?

An uns ist der Kelch nicht komplett vorübergegangen, aber wir hatten immer ausreichend Spieler.

 

Hatte die Rückrunde für einige Teams zu schnell einen Testspielcharakter?

Bei nur sechs Spielen fällt die Entscheidung natürlich recht früh. Wir hatten aber genügend Spannung und es hätte auch anders laufen können. Durchaus. Wie oft ich in der Rückrunde die Floskel gehört habe „Heute müssen unbedingt drei Punkte her, sonst…“.

 

Wie siehst du das Niveau der Liga insgesamt?

Ich glaube nicht, dass es ein riesiges Gefälle zwischen der 1., 2. und 3. Kreisklasse gibt. Ich bin gespannt auf die Auf- und Absteiger, aber auch darauf, wie sich z. B. Eddelstorf / Weste bei ihrem Neustart präsentieren werden.

 

Welches Spiel hat dir am meisten gefallen – und warum?

Da habe ich zwei Spiele. Hinrunde: Zuhause gegen den VfL Lüneburg. 0:1 zur Pause, der haushohe Favorit führt. In der zweiten Halbzeit Kopf hoch, an die eigene Leistung glauben und trotz mehrfachem Rückstand noch ein 3:3 geholt. Moralisch ganz weit vorn! Rückrunde: Auswärts TSV Adendorf. Trotz einer echt heftigen Verletzung mit RTW-Einsatz, Ausfall des Torwarts, Ersatz-„Torwart“ springt böse gegen den Pfosten, und sagt der Trainer in der Pause „Wer das erste Tor schießt, der gewinnt heute!“, geht auf den Platz, macht seine Bude und am Ende steht es 4:0 für uns. Auch hier ein Beleg, was für eine Moral in dieser Mannschaft herrscht.

 

Und welches Spiel hat richtig weh getan – und warum?

Das 3:3 Zuhause gegen Brietlingen, weil unser persönlicher VAR einen Video-Beweis hat, dass unser 4:3 kurz vor Ende kein Abseits war. Das tut dann richtig weh.

 

Welche Teams haben dich in der Liga überrascht?

Tatsächlich haben wir mich am meisten überrascht. Ganz ehrlich.

 

Was ist dein größter Wunsch für die kommende Serie?

Beim SVB haben wir es endlich geschafft, dass Entwicklungen, die angeschoben werden und wurden, auch nachhaltig wirken. Das zeigt sich an vielen Stellen. Leute, die zu „ihrem“ SVB zurückkehren. Junge Leute, die hier ihre Leistungen zeigen können und deshalb Bock auf den SVB haben. Zuschauer, die nach gruseligen Jahren wieder an der Seite stehen. Ein Mannschaftsheim, dass peu á peu aufgehübscht und modernisiert wird. Ein Gelände, dass sich durch viele ehrenamtliche Arbeitsstunden sichtlich erneuert hat. Viele Ideen, die eingebracht und auch umgesetzt werden. Das müssen wir beibehalten! Nur so überlebst du als kleiner Dorfverein! Und das sollte der Wunsch von allen Barnstedtern sein.

Einen großen, persönlichen Wunsch habe ich noch. Wir feiern dieses Jahr unser 100jähriges Jubiläum am 16.07.22 mit einem Spiel gegen die Traditionsmannschaft des HSV. Gleichzeitig ist dies mein Abschiedsspiel. Sollte mir in diesem Spiel mein erstes und einziges Tor außerhalb der Halle für den SVB gelingen - der Jubellauf würde wahrscheinlich erst auf der B4 kurz hinter Uelzen enden!