Wenn man sich als Schiedsrichter nur noch unwohl fühlt!

Fußball – die wichtigste Nebensache der Welt! Spieltag für Spieltag pendeln Spieler, Trainer und Zuschauer zu den Spielen, hoffen auf Siege, Bratwurst und kalte Limo – und auf einen schönen Nachmittag!

Und dann gibt es auch noch uns: die Schiedsrichter, die dieses als Hobby bestreiten, die Woche für Woche dafür sorgen, dass ihr auch eurem Hobby nachgehen könnt. Genauso wie ihr mit Respekt behandelt werden möchtet, ob Privat, auf der Arbeit oder auf dem Fußballplatz, so wollen wir es auch. Und dieses fängt vor dem Spiel an und hört nach dem Spiel auf.
Teilweise ist es schon bei der Zuteilung der Kabine eine Zumutung: kalt, unsauber und bestenfalls ist es der kleinste Raum von allen. Gerade, wenn wir mit Gespann unterwegs sind, dann will man nicht den Allerwertesten vom Kollegen im Gesicht haben, wenn man sich umzieht. Mir ist es auch egal, ob wir eine Flasche Wasser dort stehen haben, ich habe mein Trinken eh selber dabei, weil ich dem gastgebenden Verein keine zusätzlichen Kosten verursachen möchte. Auch die Bratwurst nach dem Spiel muss nicht sein.

Aber was immer mehr keinen Spaß macht, das sind die 90 Minuten auf dem Feld! Jeder Pfiff wird kommentiert, jede Aktion von uns Schiedsrichtern wird kritisiert – und am besten soll man noch während des Spiels 10 Minuten erklären, warum man etwas gepfiffen hat. Das gleiche gilt für die Trainer, die eigentlich Ruhe in ihr Team vermitteln sollten, aber manchmal denkt man, dass der Trainer seinen Spielern vermittelt so negativ zu reagieren.Und oft ist es auch der Trainer, der sich völlig daneben benimmt - aber das sind eben die gesunden Emotionen...


Natürlich ist dieses auch kein Problem für uns, denn wir beurteilen ja jede Aktion falsch - und machen dieses natürlich mit Absicht. Auch unsere jungen Linienrichter heben die Fahne nur so zum Spaß und müssen sich von allen Seiten  Kritik anhören – macht richtig Spaß! Klar passieren auch Fehler, genauso wie ein Spieler zum zehnten Mal am leeren Tor vorbeischießt oder zum hundertsten Mal den Ball zum Gegner spielt – aber das kann ja mal passieren. Bloß nicht die eigenen Schwächen sehen, immer schön einen anderen auf dem Platz aussuchen. Ironie aus!


Es wird nicht besser sondern teilweise immer schlimmer hier bei uns im Kreis. Ich habe selber als Spieler auf dem Platz gestanden, bin seit 1986 auch als Schiedsrichter aktiv, hatte als Trainer einen anderen Blickwinkel gehabt, sicherlich auch nicht immer richtig reagiert… Aber was teilweise auf den Plätzen  heutzutage abgeht – da macht einem sein Hobby keinen Spaß mehr! Wenn man schon losfährt und zuhause sagt, dass man sich jetzt wieder 90 Minuten lang vollquatschen lassen muss, dann ist es (fast) zu spät.


Ja, wir machen auch Fehler und man kann sich manchmal selber in den Allerwertesten beißen, wenn man mal was wirklich falsch entschieden hat. Aber dieses berechtigt keinen uns ständig anzugehen, ob durch Spieler, Trainer oder auch Zuschauer. Denn für uns ist es auch nur ein Hobby – und ein Hobby soll Spaß machen! Doch so respektlos, wie man teilweise behandelt wird, da verliert man den Spaß.


Wie immer, soll man nicht alle über einen Kamm scheren, aber die positiven Vereine werden leider im Kreis immer weniger. Diese Worte sollten alle Beteiligten zum Umdenken bewegen, obwohl ich da wenig Hoffnung habe. In diesem Sinne: sei fair zum 23. Mann!


Es grüßt ein Schiedsrichter!

Anmerkung: Und ist der Schiedsrichter bekannt, er möchte aber anonym bleiben - warum wohl?!

 

Unsere Meinung

Der Schiedsrichter hat sich noch viel zu lieb ausgedrückt! Unser Tipp: Bevor alle Spieler, Trainer und Fans den Schiedsrichter ständig kritisieren: erst einmal alle Fußballregeln wirklich kennen! Denn es sollte verwundern, wenn die jeder wirklich drauf hat!!! Eine dicke Chance dazu: Schiedsrichter werden! Oder einfach mal den Schiedsrichter-Prüfungsbogen ausfüllen - da wird es eine Menge (böser) Überraschungen geben - habe ich live erlebt! Denn Abseits ist nicht nur dann, wenn der Schiedsrichter nicht pfeift!