Vor- und Nachteile von unterschiedlichen Taktiken

Im Fußball entscheiden taktische Ausrichtungen mitunter über Sieg und Niederlage. Die Trainer müssen verstehen, welche Vor- und Nachteile jede taktische Formation mit sich bringt. Taktische Ansätze haben sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert, was nicht zuletzt an den Ideen von internationalen Spitzentrainern wie Pep Guardiola oder Carlo Ancelotti liegt. Beide Trainer stehen für vollkommen verschiedene Fußball-Philosophien. Aber auch im Amateurfußball nimmt der taktische Einfluss eine immer wichtigere Rolle ein. Wir haben uns mit den gängigsten Spielsystemen auseinandergesetzt.

4-3-3 – Power nach vorne, wenig Stabilität in der Abwehr

Beim 4-3-3 spielen die Mannschaften offensiv mit vier Abwehrspielern, drei Spielern im Mittelfeld und drei Stürmern. Als Vorreiter dieses Systems gilt Ajax Amsterdam. Es wurde erstmals in den 1960er Jahren ausprobiert und später in den 1970ern unter Coach Rinus Michels etabliert. Noch heute spielt Ajax im 4-3-3. Das Herzstück dieses Systems bildet das Mittelfeld mit einem defensiven Mittelfeldspieler und zwei zentralen Mittelfeldspielern. Unvergessen ist das legendäre Dreier-Mittelfeld des FC Barcelona mit Xavi, Iniesta und Sergio Busquets.

Ziel des Systems ist es, mit den drei Stürmern konstanten Druck auf die gegnerische Abwehr auszuüben. Zudem bringen die Außenspieler in den vorderen Reihen die gewünschte Breite. Des Weiteren ermöglichen Positionswechsel konstante Spielverbindungen. Zu den Nachteilen gehört die defensive Anfälligkeit, da die Formation sehr anfällig für Konterangriffe ist. Insbesondere dann, wenn die Außenverteidiger in der Offensive aktiv sind. Zudem müssen die Spieler eine hohe Laufbereitschaft mitbringen, um die Formation effektiv ausführen zu können.

4-4-2 – Traditionell und weit verbreitet

Im 4-4-2-System spielen die Teams mit vier Abwehrspielern, vier Mittelfeldspielern und zwei Stürmern. Die Mittelfeld- und Abwehrspieler bestehen aus jeweils zwei Außenspielern und zwei Spielern in der Zentrale. Dadurch ergeben sich kompakte Abstände, die schwierig zu durchbrechen sind. Dabei können die Teams entweder in einem flachen 4-4-2 oder in einem 4-4-2 mit Raute spielen. Das System mit der Raute ergibt mehr Kontrolle im Zentrum, aber weniger Positionsspiel in der Breite.

Ein weiterer Vorteil ist die einfache Rollenverteilung. Die Positionen und die damit verbundenen Aufgaben sind klar geregelt, was die Umsetzung erleichtert. Des Weiteren kann ein 4-4-2 relativ einfach in ein 3-5-2 umgewandelt werden, meist abhängig von der Spielsituation. Zu den Nachteilen zählt, dass ein 4-4-2 im Zentrum recht einfach überlaufen werden kann. Vor allem dann, wenn eine Mannschaft mit drei zentralen Mittelfeldspielern agiert. Auch die Kreativität leidet bei einem flachen 4-4-2-System, da es zu tendenziell wenigen Überraschungsmomenten kommt. Obendrein erfordert das System eine sehr hohe Laufbereitschaft für die Außenspieler.

3-4-3 – Offensive Pur

Das 3-4-3-System besteht aus drei Innenverteidigern, vier Mittelfeldspielern und drei Angreifern. Die Mittelfeldspieler teilen sich in zwei Wing-Backs und zwei zentralen Spielern ein. Es handelt sich hierbei um ein sehr offensives System mit hohem Druck, wodurch Breite und Überladungen ermöglicht werden. Wie auch beim 3-5-2 bilden die Wing-Backs eine entscheidende Rolle, da sie für Breite im Angriff, Flanken und Tiefenläufe sorgen. Zudem sichern sie die Außenpositionen in der Rückwärtsbewegung ab. Bei gegnerischem Ballbesitz wird dadurch häufig ein 5-4-1.

Bekannte Trainer wie Julian Nagelsmann oder Xabi Alonso schickten ihre Mannschaften in der Vergangenheit häufig so ins Rennen. Sollten die Spieler die taktische Disziplin in der Defensive vernachlässigen, kommt es oftmals zu Spielen mit vielen Toren. Das ist für neutrale Fans attraktiv, beschert Trainern aber schlaflose Nächte. Profitieren können dagegen Wettende von diesem System, denn sobald zwei Mannschaften, die beide in einem 3-4-3 agieren, direkt aufeinandertreffen, sind Tore vorprogrammiert. Dies schreit förmlich nach Übertoren. Genug Buchmacher gibt es, wie die folgende Webseite zeigt https://www.wette.de/wettanbieter/krypto/.

3-5-2 – In Italien sehr beliebt

Das 3-5-2-System basiert auf drei Innenverteidigern, fünf Mittelfeldspielern und zwei Stürmern. Bei den Mittelfeldspielern nehmen die beiden Wing-Backs auf den Außenbahnen eine entscheidende Rolle ein. In der Abwehr setzen die Trainer in der Regel auf einen zentralen Innenverteidiger, der als Organisator agiert, sowie auf zwei Halbverteidiger, die bei Ballbesitz ins Mittelfeld vorrücken und die Flügel absichern.

Zu den Vorteilen zählen, dass bei Ballverlust die Defensive recht gut abgesichert ist und die Mannschaften stark im Zentrum agieren. Des Weiteren ist es ein effektives System gegen Systeme mit nur einem Stürmer. Mit schnellen Stürmern eignet sich das Spielsystem zudem hervorragend zum Kontern. Um ein 3-5-2 zu spielen, ist es wichtig, dass der Kader ausbalanciert ist. Vor allem die Wing-Back-Positionen sollten aufgrund der hohen Belastungen doppelt besetzt sein. Außerdem kann es zu Anfälligkeiten bei Flügelwechseln kommen.

4-2-3-1 – Sehr modern

Ein 4-2-3-1-System besteht aus vier Abwehrspielern, einer Doppelsechs, drei offensiven Mittelfeldspielern und einem Mittelstürmer. Moderne Trainer setzen häufig auf dieses System, da es für eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive steht. Die Abwehr basiert auf einer klassischen Viererkette aus nach vorne schiebenden Außenverteidigern und zwei Innenverteidigern. Durch die Doppelsechs können sich die Außenverteidiger tendenziell öfter nach vorne einschalten als bei einem 4-3-3.

Das Mittelfeld ist meistens in einen defensiven Sechser und einen spielstarken Sechser eingeteilt. Beispielsweise ein Typ Toni Kroos und ein Spielertyp Sami Khedira. Daraus entstehen eine stabile Restverteidigung, ein guter Schutz vor Kontern und eine funktionierende Verbindung zwischen Abwehr und Offensive. Der Zehner gibt die kreative Schaltzentrale und besetzt die Zwischenräume. Beide Flügelspieler agieren häufig invers. Dadurch entstehen immer wieder Überladungen in der Offensive und Dreiecks-Optionen. Der Stürmer muss derweil physisch stark sein und mannschaftsdienlich agieren, da er viele Räume schaffen muss. Mit nur einem Stürmer entsteht ein entscheidender Nachteil, denn häufig ist der Mittelstürmer isoliert. Zudem steht und fällt das Offensivspiel in der Regel mit der Qualität des offensiven Mittelfeldspielers. Zum Beispiel Mesut Özil bei der WM 2014.