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Sonntag, 13 Uhr. Auf dem leicht holprigen Rasen treffen zwei ambitionierte Kreisklassen-Teams aufeinander. Von den 22 Spielern kauen verdächtig viele Kaugummi – ja, die Party gestern war wieder hart. Beide haben eine klare Spielidee: „Lang nach vorne, dann schauen wir mal.“ Verteidigung ist heute optional, dafür ist die Offensive gut besetzt – mindestens sechs Mann stehen dauerhaft vorne und diskutieren, wer jetzt eigentlich zurücklaufen müsste. Ergebnis: Niemand läuft.

Die Trainer an der Seitenlinie haben schon nach zehn Minuten diesen leicht verzweifelten Blick. Einer schreit „Ordnung!“, während im Hintergrund gerade wieder ein Gegner frei aufs Tor zuläuft.

Hinten brennt’s lichterloh. Sobald der Ball verloren geht, entsteht ein Konterraum, der so groß ist, dass man mit dem Ball 60 Meter laufen kann – macht aber keiner, weil die Puste fehlt. Also gibt es lange Dinger, das Mittelfeld fällt aus – wer dort spielt, fühlt sich wie beim Tennis. Und wenn der letzte Mann den Ball hat, dann ballert er das Ding nach vorne und brüllt immer „Feuer“ – warum auch immer. Vorne lauern die sechs Mittelstürmer, plötzlich können sie sogar ein wenig laufen.

Und die Torhüter? Die ärmsten Schweine auf dem Platz. Dauerbeschuss aus allen Richtungen. Paraden? Ja. Unterstützung? Nein.

Zur Halbzeit steht es 4:4. In der Kabine wird vermutlich viel geredet – geändert wird nichts. Wieder raus, wieder rein ins Chaos. Taktik bleibt ein Fremdwort, dafür sind die Lücken inzwischen so groß, dass sogar der Schiedsrichter Mühe hat, den Überblick zu behalten. Vor allem ist er auch mächtig aus der Puste, weil die Bälle von einer Seite auf die andere gedroschen werden.

Am Ende ein völlig verdientes 7:7. Die Zuschauer klatschen begeistert, am Bierstand wird schon vom „Spiel des Jahres“ gesprochen. 

Und die Trainer? Die stehen nach Abpfiff nebeneinander, schauen aufs Spielfeld, schütteln den Kopf, geben sich die Hand. Da gibt es nur noch einen Satz, der die Trainerwunden heilt: „Wenigstens haben wir nicht verloren!“