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Jedes Jahr die gleiche Leier: Am vergangenen Wochenende sollten zahlreiche Testspiele steigen, ausgetragen wurde nicht ein einziges – bei dem Wetter kein Wunder. Oder sind diese Termine nur Fake, damit die Spieler bei Laune bleiben? Je mehr ich an meine aktive Zeit zurückdenke, desto mehr Zweifel bekomme ich an der Ehrlichkeit meiner Trainer…

Da sitze ich 1985 in der Kabine, halte den Vorbereitungsplan in der Hand – ja, aus Papier, online gab es noch nicht. Gefühlte 300 Einheiten in 30 Tagen, Quälerei pur! Aber siehe da: fünf Testspiele sind versteckt – Vorfreude kommt auf. Nach zehn Einheiten steht das erste Match an, Durchziehen ist angesagt. Der Tag rückt näher, noch eine Einheit, dann rollt der Ball! Doch der Trainer betritt mit traurigem Blick die Kabine: „Jungs, das Spiel fällt aus, der Gegner bekommt kein Team zusammen. Dann machen wir halt Training.“ Komisch: Auch das zweite Spiel fällt aus, der Platz ist gesperrt, das dritte scheitert am Gegner. Immerhin: Der Fußballgott hat Mitleid – ein Testspiel findet tatsächlich statt!

15 Jahre später: Ich bin Trainer der 1. Herren meines Heimatvereins und bastle den Winter-Vorbereitungsplan – gefühlte 300 Einheiten in 30 Tagen. Also baue ich drei Testspiele und drei Sauna- und Badespaßtermine ein. Die Spiele sind abgestimmt, aber mir ist klar: Bei dem Schmuddelwetter wird das zu 90 Prozent nichts. Egal, Vorfreude ist alles. Nach 14 Tagen Quälerei steht das erste Testspiel an – und wird abgesagt. Ich betrete mit traurigem Blick die Kabine: „Jungs, das Spiel fällt aus, der Gegner bekommt kein Team zusammen. Dann machen wir halt Training.“

 

Und genau da wird mir klar: Manche Dinge ändern sich im Fußball einfach nie. Früher habe ich meinem Trainer misstraut, heute erzähle ich selbst dieselbe Geschichte. Ob Pech, Wetter oder Gegnerprobleme? Vielleicht. Oder vielleicht gehört diese kleine Notlüge einfach seit Generationen zur Vorbereitung dazu.