Halle Eins: Alles, nur keine Pumperstation für Selbstdarsteller

Du hast Bock zu schwitzen, zu kämpfen und alles zu geben, um deine Leistung zu steigern oder präventiv etwas für dich zu tun – und das unter hochqualifizierter Begleitung? Dann bist du in der Halle Eins genau richtig, denn hier ist Auspowern mit Selbstverantwortung angesagt. Vor allem ist die Halle Eins ein medizinisches Trainingszentrum und keine „Muckibude“ – Selbstdarsteller wirst du hier kaum finden. Wir schauten uns in der Halle Eins um, sprachen mit Inhaber Lars Hohenstein über schwierige Zeiten, Unterschiede, Angebote und Ziele.


Lars, wie seid ihr bisher durch Corona durch gekommen?
Im medizinischen Bereich bisher extrem gut, aber während der 1. Welle gab es ein paar Wochen schon einen krassen Einbruch. Das erholte sich schnell, die Leute wollten unser Angebot nutzen, denn durch Homeoffice hatten sich bei vielen die Beschwerden verstärkt. Bauchschmerzen bereiteten uns unsere Mitglieder, die nicht trainieren durften. Fast alle Mitglieder haben uns während der 1. Welle weiter unterstützt, aber während der 2. Welle gab es doch einige Kündigungen.

Was hat euch in dieser schwierigen Zeit Kraft gegeben?
Wir haben als Team extrem zusammen gehalten. Und wir konnten im Vergleich zu anderen Berufsgruppen unseren Job ausüben. Diese Sonderstellung war uns sehr bewusst und wir waren und sind dafür sehr dankbar!

Hat sich die Mitgliederzahl wieder erholt?
Da haben wir noch Luft nach oben. Aber viele Sportvereine kommen derzeit auf uns zu, wollen präventiv bei uns etwas für sich tun.

Worin siehst du den größten Unterschied im Vergleich zu anderen Fitness-Einrichtungen?
In erster Linie sind wir ja ein medizinisches Trainingszentrum. Wir haben viel Fläche zum Trainieren, der akute Schmerz wird an der Bank gelindert, anschließend folgt die aktive Therapie. Dazu gibt es bei uns keine computergestützten Geräte. Bei uns geht es sehr familiär zu, die ganzen Räumlichkeiten sind nicht so steril und aufgebauscht, unser Ambiente ist locker. Bei uns soll und muss man arbeiten und schwitzen – möglichst funktionell mit freien Gewichten oder dem eigenen Körper.

Welche Gründe gibt es außerdem, gerade zu euch zu kommen und euer Angebot zu nutzen?
Wir verfügen nur über hochqualifiziertes Personal, das den Patienten dort abholt, wo er steht! Hier wird niemand über- oder unterfordert, denn es macht nur Sinn, wenn der Patient Bock hat hier zu sein. Die Kommunikation ist echt entspannt, es geht freundschaftlich zu und viele kennen sich zumindest flüchtig. Wir sind ehrlich gesagt keine Pumperstation für Selbstdarsteller.

Was muss ich tun, um eure Hilfe in Anspruch zu nehmen?
Die meisten Patienten kommen mit einem Rezept. Dazu bin ich Heilpraktiker der Physiotherapie – der Kunde erhält eine Rechnung, die er bei seiner Krankenkasse einreichen kann. Im Teamsport läuft es fast immer ohne Rezept, die Mannschaften werden mit einem Rahmenvertrag für eine Kooperation versorgt. Der Fokus liegt hier im Athletiktraining zur Leistungssteigerung oder in der Prävention. Des Weiteren kann bei uns eine Mitgliedschaft erworben werden. Für 40 Euro im Monat ohne Kündigungsfrist ist man dabei.

Welche Klubs haben euch denn schon in Anspruch genommen?
Puh, einige. MTV Embsen Handball, TuS Barendorf, Eintracht Lüneburg Damen, TuS Barskamp, TuS Neetze, die Damen des SV Karze, insbesondere der TSV Bardowick und diverse Jugendteams, um nur einige zu nennen.

Und haben sich auch schone einige Fußballer nebenbei blicken lassen?
Bestimmt weit über 200 Kicker waren schon bei uns. Hier dreht sich alles um die medizinische Versorgung. Jeder erhält im Anschluss einen Trainingsplan zur individuellen Leistungssteigerung. Und viele Jugendliche kommen zu uns, um präventiv etwas für sich zu tun.

Letzte Frage: Wie sehen die nächsten Ziele aus?
Wir wollen die Fußballer noch mehr unterstützen, damit sie seltener zu unserem Patientenklientel zählen müssen. Dazu wollen wir die Räumlichkeiten weiter vergrößern. Und ein Kraft- und Videoanalyse-System zu installieren, das ist ein echter Traum. Weiterhin wollen wir mit den hiesigen Grundschulen kooperieren, damit der Nachwuchs im Bereich Bewegung und Koordination von Anfang an gut aufgestellt ist.

 

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